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Zuletzt aktualisiert: 15.01.2011 um 20:30 UhrKommentare

Haarige Rinder helfen Biotopen

In Stainz/Straden laufen die Fäden für die sieben oststeirischen Europaschutzgebiete zusammen. Im Rahmen des Programms zur Biotoperhaltung wurden Angusrinder angesiedelt.

Sieben Europaschutzgebiete gibt es in der Oststeiermark (siehe Infokasten). Zur Ausweisung besonderer Stellen wurden Informationstafeln aufgestellt. Bernard Wieser, Emanuel Trummer und Johann Pfeiler betreuen und erforschen die Gebiete wissenschaftlich.

Zu den vorrangigen Zielen gehört die Erhaltung von bewirtschafteten Wiesenflächen. Rund 700 Hektar davon stehen unter Vertrag und werden nach naturschutzrechtlichen Voraussetzungen von Landwirten bewirtschaftet. "Für den Schutz von Wiesenflächen werden jährlich insgesamt rund 500.000 Euro an Förderungsgeldern aufgewendet", erläutert Bernard Wieser. Sie würden sonst verschwinden.

Verluste

Der Verlust ist im Laufe der Jahrzehnte derart rasant fortgeschritten, dass etwa allein im Lafnitztal 70 Prozent aller Wiesenflächen nun anderweitig genutzt werden. Im südoststeirischen Hügelland wurden daher 3000 Schutzflächen ausgewiesen, die für die Bewahrung der Tier- und Pflanzenwelt von Bedeutung sind.

Um das zu unterstützen, wurden 1000 Vogelsitzstangen, 100 Blaurackenbrutkästen, Insektenbäume, Fütterungsstellen, Schwarzstorchhorste und Eisvogelnester aufgestellt. Auch um die Eichen kümmert man sich. "Sie sind wegen der Verbissschäden vom Aussterben bedroht. Daher haben 25 Landwirte 70 Eicheninseln mit je 20 Eichen gesetzt. Insgesamt sind zwischen Bad Gleichenberg und Bad Radkersburg 200 Eicheninseln geplant", so Wieser.

Weideflächen

Die Biotoperhaltung strebt die Schaffung neuer Weidenflächen an. In Laasen bei Tieschen bestehen 20 Hektar Weideland für die schwarzen Angusrinder. Das Landwirteehepaar Annemarie und Reinhard Wango hält eine Herde mit einem Stier. "Pezi, der für die Fortpflanzung der Angusrinderherde zuständig ist, ist wie ein 750 Kilogramm schwerer Haushund. Wir haben ihn von klein auf und sind mit ihm sehr vertraut. Befindet er sich im Freien, so macht er auf der Suche nach Kühen alle Türen auf und frisst alles auf, was er erwischen kann", so Reinhard Wango.

Einige Angusochsen, die bald das Alter für den Verkauf erreicht haben werden, hat Franz Puntigam im Stall stehen. Die Aufzuchtzeit für diese Rinderart liegt bei ungefähr dreißig Monaten. Das führt zu einem Fleischprodukt mit hoher Qualität bei entsprechendem Preisniveau.

Neben den Rinderweiden existieren in der Region auch Weiden für andere Tierarten: in Muggendorf und in Trautmannsdorf/Hofstätten für Schafe, in Klöchberg für Lamas. In Dirnbachberg wird eine Schweineweide errichtet.

JOHANN SCHLEICH

Fakten

Oststeirische Europaschutzgebiete: Teile des Jogl- und Wechsellandes, Lafnitztal mit Neudauer Teichen, Feistritzklamm/Herberstein, Teile des Südoststeirischen Hügellandes, die Raabklamm, das Hartberger-Gmoos, Grenzmurgebiet.

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