Streit um Müll am Spielplatz
Beim Umzug lagerten Bewohner einer Anlage in Preding ihren Sperrmüll auf dem benachbarten Spielplatz ab. Streit zwischen Vermieter und der Gemeinde um die Entsorgung.

Foto © PrivatDieser Müllberg türmt sich auf einem Spielplatz vor einer Wohnanlage in Preding. Die Gemeinde hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet
Ein unschönes Bild bietet derzeit eine öffentliche Spielfläche in Wieselsdorf (Marktgemeinde Preding). Dort, wo sie an eine Wohnhausanlage mit rund 20 Parteien angrenzt, sieht es nämlich aus wie auf einer Mülldeponie. Alte Möbel, Elektrogeräte und sogar eine Klomuschel türmen sich zu einem riesigen Haufen (siehe Bild oben).
Wer den Sperrmüll illegal abgelagert hat, ist zwar noch nicht geklärt. Laut ersten Ermittlungen der Polizei liegt aber der Verdacht nahe, dass ein Mieter bei der Räumung seiner Wohnung den Hausrat einfach zurückgelassen hat: "Wir versuchen nun zu eruieren, wo diese Familie hingezogen ist und sie zu befragen. Das Ergebnis leiten wir an die Bezirkshauptmannschaft weiter."
Solange will die Marktgemeinde Preding mit der Beseitigung des unansehnlichen Müllbergs freilich nicht warten. In einem Schreiben ersucht sie deshalb Vermieter Josef Hirschmugl, den Müll auf eigene Kosten zu entsorgen. Da die nächste gemeindeeigene Sperrmüllsammlung erst am 18. Juli durchgeführt wird, verweist man auf die Möglichkeit, bereits morgen in den benachbarten Wirtschaftshof Wettmannstätten ausweichen zu können.
Ein Vorschlag, der Hirschmugl auf die Palme bringt: "Was geht mich der Müll meiner Mieter an? Ich darf den doch gar nicht beseitigen." Das sei Aufgabe der Marktgemeinde. "Es kann nicht sein, dass Horrorpreise verrechnet werden und der Müll dann nicht entsorgt wird. Eine einzige Sperrmüllsammlung pro Jahr ist viel zu wenig", schäumt Hirschmugl. Anstatt viel Geld in den neuen Sportplatz zu verbauen, solle Bürgermeister Adolf Meixner lieber in ein Altstoffsammelzentrum (ASZ) investieren. "Ich habe sogar angeboten, eines zu bauen und an die Gemeinde zu vermieten", erzählt Hirschmugl.
"Keine Horrorpreise"
Meixner weist Hirschmugls Kritik aufs Schärfste zurück: "Wir verlangen keine Horrorpreise. Das Land hat unsere Tarife geprüft und anerkannt." Ein eigenes ASZ sei nicht notwendig, weil im Rahmen von Regionext eine weitaus günstigere Kooperation mit der Marktgemeinde Wettmannstätten angestrebt werde. "Ich lasse mir da vom Herrn Hirschmugl sicher nichts vorwerfen", ist Meixner sauer.
Vorerst bleibt dem Ortschef aber nichts anderes übrig, als die Entsorgungskosten für die wilde Müllablagerung aus der Gemeindekasse zu berappen. "Wir haben Anzeige bei der Polizei erstattet und hoffen auf abschreckende Wirkung", macht Meixner Ernst.








