"Angesoffen, provokant und wild"
Spätnachts vor den Lokalen und Discos in Gralla: Immer wieder kommt es an den Wochenenden zu Ausschreitungen und Schlägereien. Nun will die Polizei wieder stärker gegen die Randalierer vorgehen.
Die jungen Leute sind oft wild angesoffen, sie gebärden sich heftig, sie sind provokant." Es ist kein schönes Bild, das Gerhard Trummer, oberster Polizist im Bezirk Leibnitz, zeichnet. Zumindest nicht von so manchen Zeitgenossen, die Woche für Woche bei den Lokalen und Diskotheken beim Einkaufszentrum in Gralla Gas geben. Bis zu 2000 Menschen tummeln sich Freitag und Samstag Nacht in den dortigen Lokalitäten. Während im Inneren die Lokalbetreiber und Security-Personen einigermaßen für Ordnung sorgen, geht es draußen auf den Parkplätzen laut Trummer mitunter heftig und brutal zu.
"Es wird gedroschen, mit Steinen geworfen, auch Straßenpflöcke werden herangezogen. Man tobt sich richtig aus", zählt der Bezirkspolizei-Kommandant auf. Und mehr noch: Hätte man zwischendurch Baseball-Schläger in so manchen Kofferräumen entdeckt, würden nun einige der Schläger Krampenstiele in den Fahrzeugen mitführen. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese eingesetzt werden", befürchtet Trummer.
Im vergangenen Oktober war es beim Kreisverkehr beim Cafe Big Apple zu einer nächtlichen Massenschlägerei gekommen: Zwei Gruppen aus Graz und der Südsteiermark waren aneinandergeraten, bis zu 50 Personen sollen mitgemischt haben. Zwei junge Männer, ein 17-Jähriger aus Wettmannstätten sowie ein 26-Jähriger aus Hengsberg, wurden damals mit einem Baselballschläger bzw. mit einem Messer verletzt. "In Gralla geht es oft exzessiv zu. Es sind derbe, gerichtlich strafbare Handlungen", so Trummer, der den Lokalbesitzern in diesem Zusammenhang keinen Vorwurf macht: "Sie tun das Nötige, stellen Securitys ab." Die Gastronomen wollen mit wenigen Ausnahmen (siehe Bericht rechts) zu den Raufereien nicht viel sagen: "Das würde das Geschäft stören", so einer der Wirte, der anonym bleiben will.
Die Polizei will jedenfalls wieder "intensiv dazwischenfahren". Zahlreiche Schwerpunktaktionen sind in den kommenden Monaten im Bezirk Leibnitz geplant. Starkes Augenmerk soll dabei auch dem Jugendschutz gelten - etwa jugendlichen Ausweisfälschern: "Diese Jugendsünden sind keine Bagatellen. Ausweisfälschung ist ein Gerichtsdelikt, ab 14 ist man strafmündig", warnt Trummer.
Features
DAS JUGENDSCHUTZGESETZ
Laut Steiermärkischem Jugendschutzgesetz ist Kindern und Jugendlichen (bis zum vollendeten 18. Lebensjahr) der Aufenthalt in Lokalen, in denen ausschließlich Getränke mit mehr als 14 Volumsprozent Alkohol ausgeschenkt werden, in Tagesbars, Nachtlokalen sowie in Bordellen verboten.
An allgemein zugänglichen Orten, in Gastbetrieben, Vereinslokalen sowie bei öffentlichen Veranstaltungen dürfen sich Leute bis zum vollendeten 14. Lebensjahr zwischen 5 und 21 Uhr, Leute zwischen 14 und 16 bis 23 Uhr sowie Jugendliche zwischen 16 und 18 bis zwei Uhr morgens aufhalten.
Wie weit dieser Zeitrahmen ausgeschöpft werden darf, bestimmen die Erziehungsberechtigten.
Infos: jugendreferat.steiermark.at.









