Jazzfeurige Blasmusik im Greith-Haus
Wolfgang Puschnig (52) liefert wieder eine Aufsehen erregende CD und gastiert am Freitag im Greith-Haus.

Foto © ReutersWolfgang Puschnig
Gratulation zu der sehr gelungenen CD mit Alpine Aspects. Warum die Homage an Ornette Coleman? Die US-Saxophonlegende scheint ja derzeit als Komponist recht beliebt zu sein.
WOLFGANG PUSCHNIG: Aha, das weiß ich nicht. Aber schon als ich mit dem Projekt Alpine Aspects begann, wollte ich das machen, nun sind es halt 17 Jahre später geworden. Coleman ist eben eine herausragende Figur, deshalb auch die "Homage to O. C.". Manche seiner Themen eignen sich sehr gut für so eine Bearbeitung. Und es ging auch darum, was für die Zusammenarbeit mit dieser Blaskapelle geeignet schien.
Konzert:
Wolfgang Puschnig mit Jon Sass (tuba), Jamaaladeen Tacuma (bass), Reini Winkler (drums). Morgen, 20 Uhr, Greith-Haus, St. Ulrich/Greith. Karten: Tel. (0 34 65) 20 200.
Morgen spielen Sie mit Ihrer Band Fulsome, die ja praktisch der Kern des genannten Projekts ist, in St. Ulrich im Greith. Was steht denn auf dem Programm?
PUSCHNIG: Ich war schon einmal mit dem Wolfram Berger im Greith-Haus, zum Geburtstag vom Gerhard Roth. Wir spielen natürlich Originals von uns, ein Coleman-Stück ist auch dabei. Es ist ja eigentlich die Rhythmusgruppe von Alpine Aspects mit den zwei Bässen und es ist in klarer und konzentrierterer Form das improvisatorische Konzept des Großprojekts.
Neben der Tour mit Fulsome sind Sie auch mit Alpine Aspects unterwegs, u. a. in Deutschland. Viel los im Hause Puschnig?
PUSCHNIG: Ja, Gott sei Dank hab' ich schon immer Arbeit gefunden. Es läuft, aber im Vergleich zu früher - so vor zehn oder fünfzehn Jahren - ist es weniger. Dennoch: Ich bin zufrieden und kann all meine Sachen machen.
Sie waren heuer für den European Jazz Prize nominiert, den soeben der holländische Schlagzeuger Han Bennink gewonnen hat. Enttäuscht? Welche Bedeutung hat dieser Preis?
PUSCHNIG: Tja, ich hab' mir eh nix erwartet, ich war ja auch schon im Vorjahr nominiert. Da gibt's natürlich auch eine Politik, immerhin hat ihn mit Wolfgang Muthspiel 2003 schon einmal ein Österreicher erhalten. Enttäuscht bin ich überhaupt nicht. Wenn ich wählen müsste, hätte ich auch Bennink genommen, ich freu' mich für ihn. Der Preis ist eine besondere Anerkennung. Und ein Preis ist halt ein Preis.
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Features
Zur Person
Wolfgang
Puschnig, geb. am 21. 5. 1956 in Klagenfurt, wohnt in Wien.
Saxophonist, Flötist, Komponist. Mitgründer des Vienna Art Orchestra. Bands u. a. Air Mail, Pat Brothers.
CD: "Homage to O. C." Universal.
puschnig.com









