Stainz: Kritik an neuem "Stadion"
Ab Mitte April soll in Stainz um rund 1,4 Millionen Euro eine neue Fußballanlage errichtet werden. Die Kicker freuen sich, andere sprechen von Geldverschwendung.

Foto © PrivatBeim SC Stainz werden neben der Kampfmannschaft rund 100 Kinder und Jugendliche betreut. Die Stainzer Kicker erhalten nun um 1,4 Millionen Euro eine neue Heimstätte
Über einen vermeintlichen "Schildbürgerstreich" ärgert sich eine Bewohnerin aus Stallhof bei Stainz. "In Stainz wird ein bestehender Sportplatz mit guter Erreichbarkeit zur Schule und zum Freibad zerstört und 500 Meter weiter neu errichtet", ärgert sie sich. Bezahlt würde dies mit Fördergeldern des Landes. "Damit könnte man aber das höchst sanierungsbedürftige Freibad in Schuss bringen."
Bürgermeister Walter Eichmann und Peter Wohlgemuth, Obmann des SC Stainz (die Kampfmannschaft ist Tabellenführer in der 1. Klasse West A), können die Kritik nicht nachvollziehen. "Die alte Anlage ist nicht desolat, sie ist äußerst desolat", so Wohlgemuth. "Es gibt Kinder, die sagen, dass sie in den Sanitäranlagen nicht mehr duschen wollen. Bei Turnieren müssen wir ein Zelt aufbauen, dass sich alle Kinder umziehen können."
Eichmann spricht von abbruchreifen Gebäuden und einem fehlenden Trainingsplatz. "Die Notwendigkeit für ein neues Sportzentrum besteht schon lange." Auch, weil die Genehmigung für den Betrieb der Sportstätte gefährdet sei. Diese befindet sich in einem Siedlungsgebiet, gegen eine Erweiterung hätte es Einsprüche gegeben.
So soll also nun im Bereich des Hundeabrichteplatzes in der Sauerbrunnstraße neu gebaut werden. Und zwar schon bald - geplanter Baubeginn ist Mitte April. Errichtet werden sollen ein Fußballplatz mit Beleuchtung, ein Trainingsplatz, eine Laufbahn, ein Sporthaus mit Umkleidekabinen und Sanitäranlagen, einer Kantine und einer Tribüne mit rund 200 Sitzplätzen. Vorgesehen sind laut dem Architekten Reinhard Hohl auch Abstellflächen für rund 100 Fahrzeuge und ein Erdwall für Sicht- und Schallschutz. Die geplanten Kosten: Rund 1,4 Millionen Euro.
Die Anlage soll im Sommer 2013 in Betrieb gehen, der Landesfeuerwehrtag könnte dort stattfinden. Der alte Sportplatz wiederum wird großteils an eine Wohnbaugenossenschaft verkauft. Diese soll Wohnungen errichten.
Geld für Kinder
Obmann Wohlgemuth freut sich auf die neue Anlage. "Wir haben eine Kampfmannschaft und sechs Jugendmannschaften mit über 100 Kindern und Jugendlichen. Im Vorjahr haben wir sie über 1500 Stunden betreut." Und weiter: "Wenn wir für unsere Kinder und Jugendlichen kein Geld mehr haben, für wen dann?"
Zum aktuellen Bauprojekt könne der Verein finanziell nichts beisteuern. Aber allein in den vergangenen vier Jahren wären unter dem neuen Vorstand über 100.000 Euro für den Verein aufgetrieben worden.









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