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    Zuletzt aktualisiert: 21.04.2012 um 05:29 UhrKommentare

    Staatsmeister wurden in Stainz gekürt

    Nach zwei langen Prüfungstagen wurden die Staatsmeister der Waldarbeit in der Fachschule für Forst- und Landwirtschaft Stainz gekürt. Ein Lokalaugenschein.

    Beim Präzisionsschnitt kommt es auf jeden Millimeter an

    Foto © PacherneggBeim Präzisionsschnitt kommt es auf jeden Millimeter an

    Aufheulende Motoren, fliegende Sägespäne, der Geruch von frisch geschnittenem Holz und dann wird es still. Ohrenschützer werden abgenommen und Schiedsrichter messen millimetergenau nach.

    Die elfte Staatsmeisterschaft der Waldarbeit für Schüler und Studenten in der land- und forstwirtschaftlichen Landesfachschule Stainz ist eine ernste Angelegenheit. "Meine Schüler trainieren seit Monaten hart. Jeder Handgriff und jeder Schritt muss sitzen. Das Risiko, unter Stress einen Fehler zu begehen, ist groß. Daher muss viel geübt werden", erklärt Direktor Franz Mörth. Die 21 besten Teams aus allen neun Bundesländern haben sich diese Woche in der Landesfachschule Stainz versammelt, um den besten Waldarbeiter bzw. die beste Waldarbeiterin zu küren. "Heuer haben wir sogar drei Teams mit ausschließlich weiblichen Teilnehmern. Wobei die Teams jeweils aus vier Mitgliedern bestehen", so Mörth.

    Absolute Genauigkeit

    Die Meisterschaft ist in fünf Aufgabenbereiche gegliedert. Bei jeder Aufgabe gilt es Punkte zu sammeln. Der Punktesieger wird zum Staatsmeister ernannt. Um möglichst viele Punkte zu erreichen, müssen die Teilnehmer exakt arbeiten. Die Juroren legen auf jeden Millimeter großen Wert. Der Aspekt der Sicherheit wird genauso streng bewertet. Sollte ein Wettkampfteilnehmer auf seinen Gesichts-, Gehörschutz oder seine Handschuhe vergessen, gibt es einen Punkteabzug. "Hier kämpft das Who is who der österreichischen Motorsägenschwinger gegeneinander. Der Sportsgeist ist spürbar", so Walter Eichmann, Stainzer Bürgermeister.

    Aufgabenteilung

    Bei der ersten Aufgabe, dem Präzisionsschnitt, müssen die Teilnehmer zum ersten Mal ihr Können unter Beweis stellen. In kürzester Zeit muss eine drei bis sieben Zentimeter dicke Scheibe im rechten Winkel von einem Bloch abgeschnitten werden. Die Schwierigkeit liegt darin, einen geraden, gleichmäßigen Schnitt zu machen. Auch die zweite Aufgabe ist anspruchsvoll.

    "Der Fällschnitt ist die Königsdisziplin", so Mörth. Die schnellsten Waldarbeiter benötigen 90 Sekunden für diesen Schnitt. Bei einem stehenden Bloch wird ein Fällschnitt angebracht. Dessen Fällrichtung muss eine 15 Meter entfernte Zieltafel in die Mitte treffen. Weiters werden ein Kettenwechsel und ein Kombinationsschnitt von den Wettbewerbsteilnehmern gefordert. Den Abschluss des Wettstreits stellt das Entasten eines sechs Meter langen Blochs dar. Hier müssen die zwölf besten Teilnehmer 30 Äste entfernen. Die Bestzeit liegt bei etwa 15 Sekunden. "Da bei uns nach Punkten gerechnet wird, muss der Staatsmeister nicht automatisch der schnellste Entaster sein", so Andreas Herbst von der Landesfachschule Stainz. Mit einer Punktezahl von 1608 Punkten hat sich Johannes Koch von der höheren land- und forstwirtschaftlichen Schule Bruck an der Mur gegen seine Konkurrenten durchgesetzt und wurde zum amtierenden Staatsmeister der Waldarbeit ernannt. Das beste Waldarbeiter-Team kommt ebenfalls aus Bruck. Sie werden bei der Europameisterschaft Österreich vertreten.

    MARTINA PACHERNEGG

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