Als Vater aus dem Haus kam, stach Sohn zu
Ein Weststeirer wollte seine Eltern töten. Im Kampfanzug und einem Messer bewaffnet, verletzte er seinen Vater lebensgefährlich. Die Mutter konnte entkommen.

Foto © APA/Sujet
Die Blutflecken auf dem Asphalt der schmalen Siedlungsstraße in Müllegg, Bad Gams, sind nicht zu übersehen. "Da ist der Mann gelegen", sagt eine Nachbarin und zeigt auf die Stelle, wo sie den Lehrer Walter G. (57) Mittwoch früh gefunden hatte. "Ich habe sofort Polizei und Rettung alarmiert." Walter G. war neben der Straße mit lebensgefährlichen Verletzungen zusammengebrochen, nachdem ihm sein Sohn Patrick (25) ein Messer in den Rücken gestoßen hatte. Er wurde mit dem ÖAMTC-Rettungshubschrauber ins Spital geflogen.
Festgenommen
Patrick G. wurde kurz nach der Bluttat festgenommen. Er war über einen steilen Hang geflüchtet. Doch dann gab er auf. Er sprach einen Passanten an: "Rufen Sie die Polizei, ich habe Vater und Mutter umgebracht", sagte der Student und wartete, bis die Streife der Polizeiinspektion Stainz eintraf und ihn abführte. Stundenlang war die Tatortgruppe des Landeskriminalamtes mit der Spurensicherung beschäftigt. "Hier ist überall Blut, das Opfer hat sich über den Zaun in den Garten seines Onkels geschleppt und ist da vorne auf die Straße hinaus. Dort ist der Mann zusammengebrochen", erzählt ein Beamter.
Das Tatmotiv dürfte Hass gewesen sein. Hass, der sich jahrelang aufgestaut haben dürfte. Der 25-Jährige war schon vor Jahren nach Wien gezogen, um zu studieren. Seit Sommer 2008 bis Februar 2010 befand sich Patrick G. immer wieder in psychiatrischer Behandlung. Teilweise war er angeblich wegen Selbstmordgefahr sogar in der geschlossenen Anstalt untergebracht. Samstag besuchten ihn seine verhassten Eltern in Wien. Als sie wieder weg waren, habe er den Entschluss gefasst, Vater und Muter zu töten, gestand er beim Verhör den Kriminalisten. Dienstag fuhr er mit Zug und Bus nach Bad Gams. "Bereits um 17 Uhr wurde er in der Gegend seines Elternhauses gesehen", so Raimund Sattler und Wolfgang Summer von der LKA-Mordgruppe. Gegen Mitternacht zog er einen Kampfanzug an, beschmierte sein Gesicht und seine Hände mit schwarzer Farbe. Drei Stunden später versteckte er sich im Garten seiner Eltern.
Mit einem Fahrtenmesser bewaffnet, lauerte er im Gebüsch. Kurz nach sieben Uhr kam Walter G. aus dem Haus. Er wollte zur Schule. Da tauchte der Sohn aus dem Hinterhalt auf und rammte ihm das Messer in den Rücken. Durch die Hilferufe alarmiert, hielt die Mutter Nachschau. Sie sah ihren Sohn, flüchtete ins Haus und sperrte sich ein.








