Agrarmuseum in Stainz: Wiedereröffnung nach Neugestaltung
Neu gestaltet und aufbereitet eröffnet am Samstag nach zweijähriger Pause das Landwirtschaftsmuseum des Landesmuseums Joanneum unter dem Motto "Erfolgsrezepte und Zukunftsmodelle".
Von der Vergangenheit bis in die Zukunft zeigt sich im Schloss Stainz in mehr als 20 Räumen die Vielfalt der Arbeits- und Lebensbereiche der Agrarwirtschaft. Dabei wird ein Sprung gemacht zwischen längst vergangenen Arbeitsgeräten wie dem "Brotrehm" bis hin zu Innovationen der Holztechnik. Der revolutionäre Forschergeist des einstigen Museumsgründers Erzherzog Johann findet in einer Sonderausstellung Platz.
Sonderausstellung
Die Dauerausstellung des Schloss Stainz im Bezirk Deutschlandsberg präsentiert sich in 15 Räumen auf einer Fläche von rund 900 Quadratmetern - den wechselnden Sonderausstellungen stehen rund 300 zur Verfügung - und ist somit vor dem Kärntner Pendant Österreichs größtes Landwirtschaftsmuseum. Rund 1,5 Millionen Euro flossen in die Umgestaltung des Projekts, um ein Bild des bäuerlichen Arbeitens aus verschiedenen Blickwinkeln zu vermitteln.
Der Schwerpunkt "Ernährung" findet sich nicht nur in den Präsentationen über Viehzucht, Almwirtschaft, Gartenbearbeitung sowie dem Wein- und Ackerbau, sondern auch in einem Film von Martina Aichhorn, der sich mit zeitgemäßer Landwirtschaft und ökologischen Herausforderungen auseinandersetzt. Neben historischen Werkzeugen rund um die Nahrungsgewinnung wie der "Ölkuh", einer rindähnlichen Kürbiskernpresse, oder einem "Brotrehm", dem einen Geschirrständer ähnlichen Gestell zur Brotlagerung, werden in Videopräsentationen auch neuartige Techniken gezeigt. Aber auch die vielfältige Verarbeitung von Pflanzen wird behandelt, wie Nahrungsmittel, Bekleidung, Holzpellets oder Grasnägel.
Ein besonderes Anliegen des Museums ist es den Bereich der Agrarwirtschaft immer in Bezug auf die Moderne darzustellen. Die Präsentation zahlreicher Forschungsergebnisse aus Land- und Forstwirtschaft geben der Ausstellung einen Hauch von Zeitgeist - Holz als innovatives Produkt in der Autoindustrie etwa wäre vor einigen Jahren nicht denkbar gewesen.
Die Dauerausstellung präsentiert sich nicht nur als ein Abgehen der einzelnen Exponate durch den Besucher: Dieser wird eingeladen, interaktiv zu sein - ein zwei mal eineinhalb Meter großer Multimedia-Tisch stellt sich als digitales Lexikon heraus, auf dem Informationen per Touchscreen abgerufen werden können. Weiters können in einem Labor Interessierte einen Einblick in die Biologie gewinnen und Schnitt- und Samenformen von Pflanzen unterm Mikroskop betrachten.
Das Thema Landwirtschaft lässt sich nicht nur in den Arbeitsgeräten finden, sondern auch in Kunst, Literatur und Architektur. Soziale Fragen sowie der Wandel der gesellschaftlichen Stellung des Bauernwesens lassen sich in Schrift und Bild entdecken.
Die Sonderausstellung des Museums widmet sich den revolutionären Ideen Erzherzog Johanns und den Aktivitäten der von ihm gegründeten "k.k. Landwirtschaftsgesellschaft". Dort finden sich eine einst für Studienzwecke bestimmte Sammlung von Modellgeräten aus dem 19. Jahrhundert sowie eine Präsentation der "k.k. Lebensmittelstudien", die dem Land den intensiveren Abbau der Käferbohne bescherte - heute unverzichtbarer Bestandteil bodenständiger steirischer Küche. In den Exponaten lässt sich die Entwicklung von Ackerbau und Viehzucht sowie die Entwicklung von Maschinen und Geräten in der Steiermark erkennen.








