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Zuletzt aktualisiert: 17.04.2009 um 12:43 UhrKommentare

Ururenkelinnen von Erzherzog Johann geben Einblicke in sein Leben

Zeuginnen eines großen Vorfahren sind die beiden Ururenkelinnen von Erzherzog Johann.

Von einer großen namhaften Familie abzustammen ist nicht immer einfach. Maria ("Maritzi") Trauttmansdorff und Charlotte ("Lotti") Keil sind natürlich Damen mit einem bemerkenswerten eigenständigen Profil, doch werden sie oft auch als zwei der fast unzählig vielen Nachkommen Erzherzog Johanns gewissermaßen entpersonifiziert. Die beinahe übermächtige Figur des habsburgischen Ahnherrn der (einst) gräflichen Familie Meran musste schon dessen Sohn Franz hinnehmen. Charlotte Keil stellt ihn in einem soeben erschienen Buch ausdrücklich als den "Sohn im Schatten von Erzherzog Johann" vor.

Religiös. Eine andere Fassette im Zusammenhang mit dem großen Vorfahren arbeitet Maria Trauttmansdorff heraus: die tiefe Religiosität des Mannes, dessen Reformen so diesseitig waren. Anlässlich eines Festaktes in Meran-Stammsitz Schloss Stainz im Mai will die 84-Jährige an Hand ihres Ururgroßvaters deutlich machen, "dass fast alle großen und beständigen Leistungen ein tiefes weltanschauliches und religiöses Fundament brauchen".

Persönlichkeit. Die beiden Schwestern sind Damen weniger von Geburt, sondern durch ihre Persönlichkeit und Lebensführung. Aufgewachsen vor dem Krieg noch im behüteten Umfeld im Grazer Familienpalais - heute Sitz der Musikuniversität - und anderen vornehmen Örtlichkeiten bescherten ihnen die Realitäten des 20. Jahrhunderts doch ganz normale Lebensläufe. Marias Wunsch, in Wien Landwirtschaft zu studieren, wurde erst vom Zwangsdienst für die Nazis und dann von den Verhältnissen im besetzten Österreich durchkreuzt. Weitere eigene Planungen fielen der Familiengründung der sechsfachen Mutter zum Opfer.

Mangel an Möglichkeiten. Charlotte blieb zwar von Zwangsdienstleistungen für Nazideutschland weitgehend verschont, ihr eigentlicher Wunsch, Journalistin zu werden, scheiterte aber ebenfalls am Mangel der damaligen Möglichkeiten. Den Nachweis ihres Talents zum Schreiben liefert die Mutter von vier Kindern eben in ihrem achten Lebensjahrzehnt nach.

JOHANNES KÜBECK

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