Weststeirischer Baumarkt Hubmann in Insolvenz
Über das Vermögen der Christian Hubmann Baumarkt GmbH mit Sitz im weststeirischen Stainz (Bezirk Deutschlandsberg) wurde am Landesgericht Graz die Insolvenz eröffnet. 83 Dienstnehmer sind betroffen.
Die Höhe der Aktiva liegt
bei rund 5,64 Mio. Euro, die Passiva dürften sich auf rund 10,69 Mio.
Euro belaufen. Die Überschuldung beträgt daher rund 5,06 Mio. Euro.
Im Vorjahr wurde noch ein Umsatz von rund 11,6 Mio. Euro
erwirtschaftet. Von der Insolvenz sind 83 Dienstnehmer an den beiden
Standorten in Stainz und Eibiswald sowie etwa 120 Gläubiger
betroffen.
Stagnierende Umsätze. Nach Angaben des Schuldners sind stagnierende Umsätze in den
vergangen Geschäftsjahren und eine verschärfte Konkurrenzsituation im
Bezirk Deutschlandsberg sowie im Großraum Graz hauptverantwortlich
für die Insolvenz. Die Gesellschaft verlor ihre überregionale
Vertriebsfunktion und wurde zum Nahversorger "reduziert". Zwar wurde
mit neuen Strategien und einem strengen Kostenmanagement versucht
entgegenzusteuern, die Säumigkeit eines Großkunden im Baustoffbereich
- es sind Forderungen von über 570.000 Euro offen - führte aber zu
einem massiven Liquiditätsengpass. Nachdem Sanierungsgespräche mit
der Hausbank gescheitert waren und die Kooperationspartner OBI,
Bauwelt und BEZ getroffene Vereinbarungen vorerst aufgelöst bzw.
sistiert hatten, trat die Zahlungsunfähigkeit ein.
Masseverwalter. Zum Masseverwalter wurde der Grazer Rechtsanwalt Candidus
Cortolezis bestellt, gaben die Kreditschützer bekannt. Dieser soll
eine etwaige Möglichkeit zur Fortführung des Unternehmens oder eine
Übertragung an eine Auffanggesellschaft prüfen. In der gegenwärtigen
Struktur könne das Unternehmen nach Angaben der Schuldnerin mittel-
bis langfristig nicht fortgeführt werden. Um die Standorte verwerten
zu können, soll der Betrieb offengehalten werden, so die
Kreditschützer.
Unternehmen. Seinen Ursprung hat die Gesellschaft im Jahr 1858. Der Großvater
des aktuellen Geschäftsführers übernahm das Unternehmen 1908. Es
folgten einige Änderungen des Namens und der Rechtsform. 1997 kam es
zur Aufspaltung in die Geschäftszweige Baumärkte und Kaufhäuser. Die
Baumarkt GmbH umfasst zwei Baumärkte als Franchisenehmer der
OBI-Kette sowie einen Baustoff- (Kooperationspartner sind Bauwelt und
BEZ) und einen Sportartikelhandel (Kooperation mit Sport 2000). Das
vom Bruder geführte Unternehmen Fritz Hubmann Kaufhaus GmbH ist vom
Konkursverfahren nicht betroffen, wie die Kreditschützer festhielten.









