Krankenpfleger demnächst in Graz vor Gericht
Ein ehemaliger Krankenpfleger der Sonderkrankenanstalt in Schwanberg steht am kommenden Mittwoch (1. August) in Graz vor Gericht. Das Verfahren gegen alle anderen Verdächtigen wurde eingestellt.

Foto © Jürgen FuchsDas Pflegeheim Schwanberg
Er soll sechs Jahre lang als Leiter einer Pflegestation mehrere Patienten geschlagen, unter Wasser getaucht oder auch getreten haben. Das Heim war im Herbst 2010 wegen diverser Missbrauchsvorwürfe in die Schlagzeilen geraten, die Verfahren gegen alle weiteren Personen wurden aber eingestellt, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft Graz auf APA-Anfrage.
2000 bis 2006 Patienten misshandelt
Im Herbst 2010 kam es durch eine Anzeige zur Überprüfung des weststeirischen Landespflegeheims. Damals wurden Vorwürfe laut, dass Patienten misshandelt würden. Daraufhin wurde der Pflegedirektor suspendiert und gegen mehrere Angestellte ermittelt. Im Frühjahr 2011 wurde jedoch das Verfahren gegen zwei Verdächtige eingestellt, im Oktober auch das gegen den Direktor. Übrig blieb nun der Prozess gegen den Leiter einer Pflegestation, der laut Staatsanwaltschaft von 2000 bis 2006 Patienten misshandelt haben soll.
Die Anklage lautet auf "Quälen oder Vernachlässigen unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen". Der Mann soll Patienten beim Baden mit dem Kopf unter Wasser getaucht haben und ihnen Schläge und Tritte versetzt haben. Einem Patienten soll er mit dem Ellbogen gegen den Kehlkopf gedrückt haben, sodass dieser Schluckbeschwerden bekam. Für den ersten Prozesstag ist nur die Einvernahme des Ex-Pflegers geplant, dann soll es erst im Herbst weitergehen.
Ermittlungen wegen falscher Beweisaussage
In der Zwischenzeit hat es auch Ermittlungen wegen falscher Beweisaussage gegen jene zwei Personen gegeben, die damals durch die Anzeige den Stein ins Rollen gebracht haben. Doch das Verfahren wurde Anfang Juli eingestellt, so Barbara Schwarz, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Graz.
Als Folge der Vorwürfe und Aufregungen rund um das Heim wurde heuer im Frühjahr beschlossen, das Pflegeheim bis 2017 überhaupt aufzulassen, da es veraltert ist. Die rund 150 Patienten werden bis dahin schrittweise in andere, zumeist kleinere Einrichtungen verlegt. Wenn die Verlegungen abgeschlossen sind, was nur in Einvernehmen mit den Sachwaltern durchgeführt werden kann und daher langwierig ist, soll das Gebäude verkauft werden.








