Käufer für Schwanberg gesucht
Die Sonderkrankenanstalt im Bezirk Deutschlandsberg wird spätestens 2017 geschlossen. Patienten kommen in kleinere, moderne Häuser. Für 119 Mitarbeiter gibt es eine Beschäftigungsgarantie.

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Seit 1892 werden im weststeirischen Schwanberg Kranke behandelt. Nun wird dieses Kapitel geschlossen: Vize-LH Siegfried Schrittwieser (SPÖ) und Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP) wollen in den nächsten drei, spätestens fünf Jahren die verbliebenen 93 Patienten in kleinen, moderneren Einrichtungen unterbringen. Begleitet wird die "Enthospitalisierung" der Schlossanlage von Barbara Weibold (Boltzmann Institut für Sozialpsychiatrie), die schon bei Gugging (Nervenheilanstalt) im Einsatz war. Morgen wird die Regierung das Aus der Sonderkrankenanstalt absegnen. Für 119 Mitarbeiter gibt es eine Beschäftigungsgarantie.
"So eine Immobilie ist als Pflegeheim einfach denkbar ungünstig", spricht Edlinger-Ploder offen aus. Es gab zwar ernsthafte Pläne für einen Umbau. Umfang: bis zu acht Millionen Euro. Aber Untersuchungen- nach Bekanntwerden vergangener Missstände - haben gezeigt, dass mindestens die Hälfte der Pfleglinge eigentlich in einer Behinderteneinrichtung betreut werden könnte. Wer genau, das prüfen Sachverständige laufend. Neue Plätze haben bereits Dutzende der ehemals 148 Patienten. Weitere werden folgen. Somit zahlt sich ein Umbau Schwanbergs - der Betrieb kostet im Jahr knapp sieben Millionen Euro - nicht mehr aus.
"Wir wollen die Betroffenen gezielt nach ihren Bedürfnissen versorgen", betonten Schrittwieser und Edlinger-Ploder. Keine Sparmaßnahme, die Betreuung wäre im Einzelfall sogar teurer, aber im Sinne der Menschen und der UN-Behindertenrechts-Konvention. Für das Gebäude geht man auf Käufersuche.
"Eine klare, gute Lösung", begrüßen die Grünen den Schritt. Zumal "die Einrichtung nicht mehr zeitgerecht ist und Behindertenverbände gegen den Umbau waren", ergänzt Pflegeombudsfrau Renate Skledar.







