Millionen fließen in das Moorbad
Nach Jahren des Wartens wird nun das Moorbad Schwanberg ausgebaut: Um knapp zehn Millionen Euro werden unter anderem ein Hotel und ein Therapiebereich errichtet. Eröffnung ist Ende 2011 geplant.
Was lange währt, wird endlich gut. Seit bald zehn Jahren trägt Gernot Fraydl, früherer Geschäftsführer und nunmehriger Hauptgesellschafter des Moorbades Schwanberg, die Idee einer Erweiterung mit sich herum. Oft stand das Projekt eigenen Angaben zufolge auf der Kippe, viele Pläne wurden gewälzt und wieder verworfen. "Es hat einige Nerven gekostet", sagt Fraydl. "Es hat sich alles etwas verzögert."
Der lange Atem von Fraydl, Direktor Josef Bischof und ihren Mitstreitern zahlte sich aber aus: Im vergangenen November erfolgte der Spatenstich für den Ausbau des Moorbades, inzwischen rollten die Bagger auf dem Areal des ehemaligen Kapuzinerklosters an.
Innerhalb der Klostermauern soll kein Stein auf dem anderen bleiben: Der Wald auf dem steilen Hang an der Garanaserstraße wurde gerodet, derzeit werden 24.000 Kubikmeter an Erdreich ausgebaggert, verschoben und abtransportiert. Demnächst beginnt der Bau eines Gesundheitszentrums, das alle Stückeln spielen soll. Errichtet werden ein Vier-Stern-Hotel mit 60 Zimmern und 144 Betten, ein Hallenbad und ein Therapie- und Wellnessbereich mit einer Saunalandschaft. Geplant sind auch zahlreiche Aufenthalts- und Mitarbeiterräume sowie eine neue Küche und ein Gastronomiebereich für ambulante und stationäre Gäste. Weitere Parkplätze wird es ebenfalls geben. Der künftige Eingang wird beim ehemaligen Gasthof Totz situiert. Ende Oktober 2011 soll das Bauvorhaben abgeschlossen sein.
"Es ist das Leitprojekt im Bezirk Deutschlandsberg", freut sich Direktor Josef Bischof. 9,7 Millionen Euro soll es kosten, 1,4 Millionen Euro werden vom Land Steiermark gefördert. Das Moorbad soll sich als das Gesundheits- und Therapiezentrum der Region etablieren, Kurgäste, die drei Wochen vor Ort bleiben, sollen ebenfalls angesprochen werden wie Touristen und Tagesgäste aus der Umgebung. Für die Einheimischen wird es ein besonderes Zuckerl geben: An einem Tag pro Woche sollen Hallenbad und Wellnessbereich auch für Kurzbesuche der Schwanberger geöffnet werden, zusätzlich wird es Rabatte auf alle Moorbehandlungen geben.
Neue Arbeitsplätze
Ein weiterer positiver Effekt: "Die Mitarbeiteranzahl wird sich verdoppeln", verspricht Direktor Bischof. Derzeit sind im Moorbad 33 Personen beschäftigt, mit dem Abschluss der Erweiterung sollen es 70 sein, darunter auch fünf Ärzte. "Wir wollen einen Urlaub unter ärztlicher Aufsicht anbieten", so Bischof.
Aber zurück in die Gegenwart: Auch wenn es beim Moorbad jetzt eine Großbaustelle gibt - Fraydl betont, dass die Atmosphäre in den uralten Klostermauern erhalten bleiben soll. Und dass es auch während des derzeitigen Baubetriebes keine Einschränkungen für die Gäste gibt.
Features
DAS MOORBAD
Im Jahr 1706 schenkte der Statthalter Graf Falbenhaupt den Kapuzinern ein Grundstück mit der Brandruine einer ehemaligen Stiftsschule in Schwanberg. Die Kapuziner errichteten darauf ein Kloster. 1968 wurde der Klosterbetrieb eingestellt, 1970 verkaufte es der Orden samt Grundstück und Kirche an die Moorbadgesellschaft. Diese betreibt seit 1973 das Moorbad.
Bekannt ist das Moorbad für seine Moorpackungen. Das Material dafür stammt vom Hochmoor in Garanas. Behandelt werden damit u.a. chronische rheumatische Erkrankungen.







