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Zuletzt aktualisiert: 03.12.2010 um 20:16 UhrKommentare

Millionen-Investitionen in der Weststeiermark

Land und EU fördern drei Großprojekte bei Betrieben in St. Martin und Lannach. Dies brachte auch einige neue Arbeitsplätze mit sich.

Foto © jakub krechowic - fotolia

Etwa alle drei Monate treten die 15 Mitglieder des Wirtschaftsförderungs-Beirates, die von den Parteien, den Kammern, der Industriellenvereinigung und dem AMS entsandt wurden, zusammen. Dann wird beschlossen, welche aktuellen Förderansuchen aus der Wirtschaft unterstützt werden. Grundvoraussetzungen sind, dass die zu unterstützenden Firmen mehr als 70 Beschäftigte haben und die Höhe der Förderung 100.000 Euro übersteigen.

In der letzten Beirats-Sitzung dürften die beiden weststeirischen Landtagsabgeordneten Walter Kröpfl (SP) und Manfred Kainz (ÖVP) eine besondere Genugtuung verspürt haben. Drei der sechs Betriebe, die steiermarkweit unterstützt werden, liegen nämlich im Bezirk Deutschlandsberg: Die Wolfram Bergbau- und Hütten AG in St. Martin sowie Magna Powertrain und die G.L. Pharma GmbH in Lannach. Sie erhalten insgesamt knapp zweieinhalb Millionen Euro aus Steuergeldern und Förderungstöpfen der EU.

Gleich 1,6 Millionen Euro fließen in die neue Recyclinganlage der Wolfram AG. In diese wurden und werden von der Firma insgesamt 16,5 Millionen Euro investiert. Damit ist es laut Manager Wolfgang Lederer nun möglich, das wertvolle und seltene Wolfram (ein Schwermetall mit hoher Dichte) auch aus nicht mehr gebrauchten Werkzeugen zu gewinnen. Wegen seiner hohen Dichte und dem extremen Schmelzpunkt wird Wolfram in Bohrern, Meißeln, Sägen oder auch in Uhrengehäusen verwendet.

Neue Arbeitsplätze

Mit dem neuen Recyclingverfahren für Hartmetallschrotte, das die Wolfram AG in Zusammenarbeit mit der TU Wien entwickelte, sollen nun neue Rohstoffquellen erschlossen werden. Mit der Anlage kann erstmals Hartmetallschrott mechanisch derart zerkleinert werden, dass das Material direkt gelaugt und weiterverarbeitet werden kann. Die Qualität des Recyclingmaterials soll dem ursprünglichen Rohstoff laut Lederer um nichts nachstehen.

Die Wolfram AG in St. Martin bezieht ihr Material übrigens aus Salzburg: In Mittersill befindet sich das größte Wolfram-Abbaugebiet Europas. Dort wird das Material erstbehandelt und vom tauben Gestein getrennt. Einige tausend Tonnen an Wolframpulver werden dann pro Jahr in der Weststeiermark weiterverarbeitet und großteils exportiert.

Übrigens: Die Investition, eine der größten der Firmengeschichte, bedingte auch 20 neue Arbeitsplätze. In St. Martin gibt es nun rund 250 Beschäftigte.


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