Steirer verzichten auf Gentechnik
Vor einem Monat rief die Kleine Zeitung dazu auf, freiwillig auf Gentechnik-Saatgut zu verzichten. Mehr als 1000 Grundbesitzer machen bereits mit, es werden aber noch Verzichts- erklärungen benötigt.
In Österreich ist es zwar verboten, gentechnisch verändertes Saatgut anzubauen, aber es gibt immer wieder Verstöße. Um die gentechnikfreie Steiermark auch gesetzlich abzusichern, wurde vor rund einem Monat die Aktion "Für eine gentechnikfreie Steiermark" gestartet: Das Land, die Landwirtschaftskammer, Bio-Ernte Steiermark und die Kleine Zeitung riefen Bauern und Gartenbesitzer auf, per Erklärung auf Gentechnik zu verzichten. Damit muss auch ein Umkreis von 1000 Metern um das Grundstück gentechnikfrei bleiben (siehe Info-Kasten). Ziel ist es, die gesamte Steiermark gentechnikfrei zu halten.
100 Verzichtserklärungen. Die Fäden laufen in der Grazer Zentrale von Bio-Ernte Steiermark zusammen. Seit Beginn der Aktion sind dort gut 1000 Verzichtserklärungen eingetroffen, der Großteil von privaten Gartenbesitzern. Die regionale Zwischenbilanz zieht Heinz Köstenbauer von Bio-Ernte Steiermark mit gemischten Gefühlen: "Der Bezirk Leibnitz liegt bei der Beteiligung im guten Mittelfeld, auch in Deutschlandsberg ist die Akzeptanz groß. Nachholbedarf haben wir dafür noch in Radkersburg." Und das, obwohl gerade Radkersburg ein besonders gefährdetes Gebiet sei. "Den Konsumenten ist das zu wenig bewusst. Nur weil es derzeit bei uns verboten ist, gentechnisch verändertes Saatgut anzubauen, muss das nicht ewig so bleiben. Das sind schlafende Hunde", warnt Köstenbauer.
Gefährdete Zonen. Weiße Flecken auf der Gentechnikfrei-Landkarte gibt es entlang der Mur, vor allem im Bereich Gosdorf und Eichfeld. Im Bezirk Leibnitz werden noch aus dem Schwarzautal Verzichtserklärungen benötigt. Bereits relativ gut abgedeckt ist der Bezirk Deutschlandsberg, vereinzelt gibt es aber auch hier noch gefährdete Zonen, wie etwa rund um Rassach. "Jede einzelne Verzichtserklärung ist wichtig und zeigt Wirkung. Durch die 1000-Meter-Schutz-Zone kann man mit ein paar Erklärungen ein relativ großes Gebiet gentechnikfrei halten", ruft Köstenbauer zur Teilnahme auf.
Kleine Belohnung. Wer mitmacht, bekommt eine Tafel, die das Grundstück als gentechnikfreie Zone kennzeichnet, als kleine Belohnung gibt's ein Sackerl Biomais-Samen dazu. Bereits im Vorfeld der Aktion haben sich über 5000 Bauern mit über 100.000 Feldstücken in die Landkarte eingetragen. Es gibt aber auch Verweigerer, wie Köstenbauer weiß: "Einige Landwirte wollen sich Gentechnik bewusst als Option offen halten."
Features
Machen Sie mit
Neben Landwirten kann nun auch jeder einzelne Gartenbesitzer dazu beitragen, dass die Steiermark gentechnikfrei bleibt.
Wer freiwillig eine Gentechnik-Verzichtserklärung unterschreibt, garantiert, dass 1000 Meter um das betreffende Feld oder Grundstück ebenfalls keine Gentechnik angebaut wird.
Die Erklärung enthält Name, Adresse, Größe des Grundstücks und bei Bauern auch die Betriebsnummer.
Das Formular kann im Internet unter www.kleinezeitung.at/genfrei heruntergeladen werden.
Dort erfährt man auch alles über diese Aktion.
Als kleinen Anreiz gibt es eine Tafel, die das Grundstück entsprechend kennzeichnet und ein Sackerl mit Biomais-Samen für jeden Teilnehmer.







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