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Zuletzt aktualisiert: 15.02.2011 um 09:07 UhrKommentare

"Rücktritt und Neuwahl"

Wieder Wirbel in Pölfing-Brunn: Bürger fordert Rücktritt der gesamten Gemeindeführung, zwei SPÖ-Mandatare sollen bereits aufgehört haben.

Bgm. Horst Pölzl (links) wird zum Rücktritt aufgefordert

Foto © WieserBgm. Horst Pölzl (links) wird zum Rücktritt aufgefordert

Es reicht! Ich fordere den Rücktritt des gesamten Gemeinderates und Neuwahlen", ist Peter Kastner aus Pölfing-Brunn über seine Gemeindevertretung empört. Schon vor einem Jahr, vor den Gemeinderatswahlen, gab er ein Flugblatt heraus, in dem er die Machenschaften in der Gemeindepolitik kritisierte.

Nun brachten die saftigen Erhöhungen der Abgaben für Wasser, Kanal und Müll sowie die Schaffung neuer Posten (etwa für den Bürgerlisten-Mann Werner Harnisch) das Fass zum Überlaufen: "Den Verfehlungen und der Verschwendung in der Gemeinde muss ein Ende gesetzt werden. Ein Regierungskommissär muss die Situation regeln." Peter Kastner muss etwa künftig 400 Euro mehr an Gebühren bezahlen, bei anderen Unternehmern ginge die Steigerung in die Tausende Euro. "Ich zahle ja gerne, aber nicht für die Misswirtschaft in der Gemeinde." Außerdem gebe es kein Gesprächsklima mehr.

Dies bestätigt auch Gemeindekassier Karl Michelitsch (ÖVP), der mit Bürgermeister Horst Pölzl (SPÖ) seit Jahren im Clinch liegt: "Ich kriege keine richtigen Informationen mehr. Die Zustände sind mehr als schwierig." Und - was den Rücktritt betrifft - versteht er Kastners Ärger: "Ich muss ihm indirekt recht geben. Vielleicht müsste einer kommen und den Schlussstrich ziehen." Und ein Rückzug aller sechs ÖVP-Mandatare? "Das würde nur den Bürgermeister stärken."

Kein Fingerspitzengefühl

Inzwischen sollen aber (einmal mehr) Gemeinderäte aus der Bürgermeister-Partei aufgehört haben. Dem Vernehmen nach warfen diese Woche Maria Kerbis und Susanna Ledinegg das Handtuch. "Es besteht aber kein Bedarf, mit der Zeitung darüber zu reden", reagierte Kerbis auf Anfrage unwirsch.

In der Landes-SPÖ sieht man dem Treiben gelassen zu. "Man kann den Bürgermeister nicht seines Amtes entheben, solange es keine Verfehlungen gibt", so SPÖ-Klubobmann Walter Kröpfl lapidar. "Die Unzufriedenheit scheint aber groß zu sein." Zudem müsste der Orts-Chef wohl mehr "Fingerspitzengefühl" beweisen. Just gestern hat dieses wieder gefehlt - Pölzl hat die nächste Gemeinderatssitzung für 21. Februar, dem Montag in den Energieferien einberufen - um 7.30 Uhr (!). Michelitsch reagierte mit einer Aufsichtsbeschwerde.

Und der Bürgermeister? War gestern trotz mehrmaliger Anrufversuche am Telefon nicht erreichbar, ebenso wenig wie Werner Harnisch.

THOMAS WIESER

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