Natur spielt den Teppichlegern einen Streich
Wiesenblumen sind bis 23. Juni verblüht und können für Teppiche nicht verwendet werden: Für Fronleichnam ist Einfallsreichtum gefragt.

Foto © PrivatSeit Jahrzehnten war das "Blumenzupfen" ein Fixtermin
Fronleichnam ist noch weit, Pfingstrosen, Margeriten, Korn- und Dotterblumen sind entweder bereits voll erblüht oder sogar schon welk. Deshalb wird es heuer schwierig sein, Teppiche mit Blüten zu gestalten, wie das in einigen Gemeinden der Weststeiermark üblich ist.
"Wir trocknen derzeit Sauerampfer und werden außerdem Kaffeesud sowie feine Sägespäne für den Teppich verwenden", erklärt Heidi Herg aus Frauental. Sie gehört zu einer Gruppe von Frauen, die alljährlich vor Fronleichnam Blüten in Einzelteile zerlegen, um einen möglichst farbenprächtigen Teppich gestalten zu können.
"Ich kann mich nicht erinnern, dass wir das ,Blumenzupfen' schon einmal ausgelassen haben. Heuer brauchen wir dafür das erste Mal nicht zusammenzukommen", meint Sophie Kiendl, die seit mehr als 50 Jahren bei der Gestaltung des Teppichs mitmacht. "Wahrscheinlich werden wir diesmal nur ein Kreuz legen, viel mehr ist bei dem Material, das uns zur Verfügung steht, nicht möglich."
Ernst Theußl, Vorsitzender des Deutschlandsberger Pfarrgemeinderates, setzt auf die Kreativität der Hauptplatz-Anrainer, Schulen und anderen Helfer, die die vier Altäre gestalten und für die restliche Dekoration sorgen. "Ihnen ist jedes Jahr noch etwas eingefallen. Ich vermute, sie werden sich heuer mit Grünschnitt, Tannenwipferln oder verschieden Getreidesorten behelfen. Ich erinnere mich, dass sie sogar schon auf gefärbte Steine zurückgegriffen haben."
Die Fachschule Schloss Frauenthal, die seit rund 35 Jahren Teppiche gestaltet, hat vorgesorgt, Samen des Essigbaumes sowie Rosenblüten wurden gepflückt und getrocknet: "Von einem ganzen Eimer bleibt aber nur ein Viertel übrig", so Direktorin Ida Oberreither.









