"Streicht Kindern doch den Schulbus"
Vielschichtige Expertendiskussion zum Thema Kindersicherheit in Deutschlandsberg.
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Unfälle sind keine Zufälle - wir können eingreifen. Das war die zentrale Botschaft der "Kleine Zeitung-Arena" im Laßnitzhaus zum Thema Kindersicherheit. Unter dem Motto "Ich will sicher groß werden" baten die Redakteure Bettina Kuzmicki und Thomas Wieser in Kooperation mit der BH Deutschlandsberg und dem Verein "Große schützen Kleine" Experten aus verschiedenen Fachbereichen aufs Podium.
Bewegungsmangel
Was diese zu sagen hatten, stieß im Publikum auf breite Zustimmung. "Streicht den Kindern doch den Schulbus", provozierte etwa Peter Schober, Leiter der Intensivstation an der Uni-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie Graz. Schließlich sei es erwiesen, dass Bewegungsmangel Verletzungen und Unfälle unnötig fördere. Schockierende Zahlen lieferte Unfallforscher Peter Spitzer: "Jedes Jahr müssen in Österreich 40 bis 50 Kinder nach einem Unfall ihr Leben lassen. Jedes zweite könnte aber gerettet werden." Wie sich solch tragische Unfälle vermeiden lassen, wird seit 2008 im Bezirk Deutschlandsberg erforscht. Im Rahmen des Pilotprojekts "Kindersicherer Bezirk" wurde ein groß angelegter Bewusstseinsbildungsprozess losgetreten. Die Bilanz: In den letzten drei Jahren konnte die Zahl der Kinderunfälle im Bezirk um 14 Prozent reduziert werden.
Dass Kindersicherheit bereits im familiären Umfeld beginnt, machte Sozialarbeiterin Maria Pichler deutlich: "Wir beobachten immer öfter, dass Eltern ihre Aufsichtspflicht vernachlässigen." Überbehütung ist laut Isabelle Zeimers von der Suchtpräventionsstelle "VIVID" aber genauso schlimm. "Wer bei diesem Spagat Hilfe braucht, soll sich nicht scheuen, diese in Anspruch zu nehmen", appellierte Marina Sorgo vom Gewaltschutzzentrum an die Eltern im Publikum. ROBERT LENHARD










