Die Flascherln in der Erde vergraben
Leben und Wirken des Johann Reinbacher aus Rachling: Die Neuauflage eines Buches über den legendären "Höllerhansl" macht wieder neugierig auf den Mann, der Tausende kuriert haben soll.

Foto © LasutschenkoFriederike Morinar und Gerhard Ganster mit einem Teekessel vor dem einstigen Wohnhaus des Naturheilers in Rachling
Als Apotheker war Bernd E. Mader "berufsbedingt" an der Volksmedizin interessiert. In der Pension scheint sich das nicht geändert zu haben: Die dritte Auflage seines Buches "Der Höllerhansl" ist erschienen. Ende April wird der Autor in Deutschlandsberg aus dem Werk lesen.
In Rachling, dort, wo der 1866 geborene "Höllerhansl" gewirkt hat, wird das aufliegen. Denn in einem ehemaligen Gasthaus hat man ein Zimmer mit Gegenständen ausgestattet, die mit dem prominenten Ortsbewohner zu tun haben. Darin ist übrigens auch eine Figur aufgestellt, die Reinbacher darstellt.
Zu den Utensilien, die zu sehen sind, gehört ein Teekessel, "den habe ich zu meiner Geburt bekommen", erklärt Gerhard Ganster, Betreiber des Gasthauses "Zum Höllerhansl". Ganster kennt einige Geschichten, in denen es um den berühmten Rachlinger geht, "denn meine Groß
mutter hat bei ihm im Haushalt gearbeitet".
Zu tun dürfte die Frau damals mehr als genug gehabt haben, denn an starken Tagen pilgerten zwischen 1920 und 1930 bis zu 500 Personen zu ihm und brachten Fläschchen voll Urin. Der "Höllerhansl" schaute sich den Harn an und stellte seine "Diagnose". Weil manche Kranke aber auch für Bekannte und Verwandte Flaschen mitbrachten, wusste der "Wunderheiler" bald nicht mehr, wohin mit den leeren Gefäßen. "Er hat sie im Garten und Wald vergraben. Bei seinem einstigen Wohnhaus kommen noch immer Scherben zum Vorschein", so Ganster.
Trick durchschaut
Dass Schilcher und Schnaps den "Höllerhansl", der 1935 gestorben ist, ruiniert haben, weiß Ganster ebenfalls. Das kann man auch in Maders Buch nachlesen. Darin findet man außerdem ähnliche Anekdoten, wie sie Friederike Morinar von ihrer Großmutter gehört hat: Jemand habe mit dem Harn einer Kuh versucht, den "Höllerhansl" zu täuschen. Der durchschaute den Trick und gab dem Mann den Rat, schnell nach Hause zu gehen, weil die Kuh bald kalben werde.








