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Zuletzt aktualisiert: 08.08.2009 um 19:08 UhrKommentare

Schwertransport: 185 Tonnen rollten durch Deutschlandsberg

Für den Koralmtunnel wird ein 100 Tonnen schwerer Transformator benötigt. Dieser wurde vor kurzem von Deutschland nach Deutschlandsberg transportiert.

LKW und Trafo brachten gemeinsam 185 Tonnen auf die Waage

Foto © KrainerLKW und Trafo brachten gemeinsam 185 Tonnen auf die Waage

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Umso mehr, wenn bei der Reise ein fast 100 Tonnen schwerer Transformator auf einem insgesamt 36 Meter langen Fahrzeug mit 17 Achsen begleitet wird. Dieses rollende Ungetüm war nämlich in diesen Tagen von Deutschland nach Deutschlandsberg unterwegs. Genauer gesagt, von der Firma SGB in Regensburg zum Umspannwerk der Energie Steiermark in der Frauentalerstraße. Dort wird der Trafo im September in Betrieb genommen.

Drei Monate Vorplanung

Zuständig für diesen Spezialtransport war die Firma Prangl, ein Fahrer und sechs Helfer waren insgesamt vier Tage unterwegs. Der Aufwand war laut Projektleiter Manfred Urdl enorm: "Die Vorplanungen dauerten zwei, drei Monate." So mussten zahlreiche Straßenbrücken von Ziviltechnikern auf ihre Belastbarkeit berechnet werden. Insgesamt wogen Fahrzeug und Trafo 185 Tonnen. Die berechneten Brücken hielten dem Gewicht stand - sowohl in der Theorie als auch in der Praxis.

Anspruchsvoll war vor allem das letzte Teilstück zwischen der Autobahnabfahrt in Leibnitz und Deutschlandsberg. Diese Strecke über Preding war die einzig mögliche, ein Transport über Lieboch hätte technisch nicht funktioniert. 17 Brücken mussten überquert, acht Kreisverkehre umkurvt werden.

Eine Million Euro

Um keinen Flurschaden zu hinterlassen, wurden die Kreisverkehre mit Stahlplatten ausgelegt. Gewächse und Blumen wurden mitunter bereits im Vorfeld aus dem Boden geholt und nach dem Transport wieder eingepflanzt. "Beim letzten Kreisverkehr mussten die Buchsbäume mit dem Kran herausgehoben werden", schmunzelt Urdl. "Wir wollen ja keine Vandalen sein." Der letzte Abschnitt wurde schließlich in zweieinhalb Stunden bewältigt, auch für das eingespielte Team eine fast rekordverdächtige Zeit. Gerade billig war dieser Schwertransport allerdings nicht: Die Kosten betragen rund 20.000 Euro.

Benötigt wird der knapp eine Million Euro teure Trafo übrigens für die Stromversorgung beim Bau des Koralmtunnels. Während der Bauarbeiten wird für die Tunnelvortriebsmaschine, Licht, Belüftung und Entwässerung eine Leistung von 30 Megawatt benötigt. Damit könnten 20.000 Haushalte mit Strom versorgt werden.

THOMAS WIESER, HERBERT KRAINER

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