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Zuletzt aktualisiert: 16.08.2012 um 20:30 UhrKommentare

Bienenfeind in der Weststeiermark

Seit April breitet sich Bienenkrankheit Faulbrut in der Weststeier aus. Hauptbetroffen ist Voitsberg, in Deutschlandsberg gibt es bereits Sperrzonen.

Das Bild vom faulen Willi und der schlauen Maja bekommt immer mehr Risse. Nach der Mitteilung des Absterbens vieler Bienenvölker in der gesamten Steiermark (die Kleine Zeitung hat berichtet), kämpft man in der Weststeiermark mit einem weiteren Bienenfeind. Paenibacillus larvae - die amerikanische Faulbrut - macht Imkern zu schaffen. Vor einer Woche musste ein Bienenstandort nahe Ligist aufgrund des Befalls gesperrt werden, wie aus einer Verordnung der Bezirkshauptmannschaft hervorgeht. Ihr zufolge dürfen Bienenvölker in einer Zone von drei Kilometern rund um das betroffene Grundstück nur mit Bewilligung ein- oder ausgebracht werden. Der betroffene Stock bleibt zwei Monate gesperrt.

Im Bezirk Deutschlandsberg wurden laut Amtstierärztin Bernadette Platzer Sperrzonen eingerichtet - konkret in den Gemeinden Greidorf, Gundersdorf und St. Stefan ob Stainz. Noch keinen akuten Fall gibt es in der Südsteiermark, man sei aber wachsam, heißt es in der Behörde.

Theresia Harrer, Sachverständige für Bienenerkrankungen, erklärt das Problem: "Die amerikanische Faulbrut ist wohl die gefürchtetste Krankheit jedes Imkers, weil durch sie - vereinfacht ausgedrückt - Löcher in der Brut entstehen und diese nach und nach verwest." Man erkenne die Krankheit aufgrund eines Brutnestes sowie einer braunen, fadenziehenden Masse, die nach Leim riecht. "Wird ein Befall zu spät bemerkt, ist das Volk meist verloren", so Harrer.

Hoch ansteckend

Das größte Problem sei, dass die amerikanische Faulbrut - die schon seit über 100 Jahren bekannt ist - hoch ansteckend ist. "Eigentlich sind die Sporen latent in jedem Volk vorhanden. Es kann also jeden Imker treffen." Im Frühstadium sei sie durch Desinfizierung und Bauerneuerung aber gut einzudämmen. Doch da liege das Problem. "Viele Imker scheuen sich einen Befall zu melden", weiß Harrer. "Sie wollen nicht als schwarzer Peter vor den anderen Imkern dastehen und versuchen oft viel zu lange allein zu tricksen." So nehme die Krankheit überhand.

Gustav Oberdorfer, Imker aus Wildon, will das so nicht gelten lassen: "Ich kenne viele Imker, die im Frühjahr präventiv Futterkranzproben entnehmen und im Labor auf Faulbrut untersuchen lassen. In diesem Stadium kann man noch rechtzeitig reagieren."

HEIKE KRUSCH, THOMAS WIESER, ROBERT LENHARD

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