Drama um Rehbock: "Dann erschieß ich ihn"
Nächster Akt um Rehbock in Wetzelsdorf. Bis Ende Juli muss Lösung her. Sollte Erwin Gutjahr das Tier weggenommen werden, droht er: "Ich werde ihn erschießen müssen".

Foto © FuchsRehbock Maxl wird nicht artgerecht gehalten, sagt das Veterinäramt. Besitzer Erwin Gutjahr sieht das anders
Der Geduldsfaden der Akteure dürfte bald reißen. "Das Tier ist verhaltensgestört, aggressiv zu Menschen. Das Gehege, in dem es gehalten wird, ist verwahrlost und verletzungsträchtig", sagt Tierschutz-Ombudsfrau Barbara Fiala-Köck. Die Rede ist von Rehbock Maxl, der von Erwin Gutjahr seit sechs Jahren auf seinem Grundstück in der Brauhausstraße in Wetzelsdorf gehalten wird - die Kleine Zeitung berichtete mehrmals.
Am Dienstag bekam Gutjahr neuerlich Besuch von Amtstierarzt Klaus Hejny, begleitet von der Tierschutz-Ombudsfrau. Sie wollten schauen, ob sich an den beanstandeten Haltungsbedingungen in dem ca. 1000 Quadratmeter großen Gehege etwas geändert hat. "Hat es nicht", so der einhellige Tenor. Aus Sicht des Tierschutzes sei diese Form der Wildtierhaltung in keiner Weise vertretbar. Ende Juli läuft die letzte Frist aus, bis dahin muss Gutjahr eine Lösung finden.
Das könnte etwa Maxls Übersiedelung ins Gut Aiderbichl sein. "Man kann ihn nicht in ein anderes Gehege geben, das wird er nicht überleben", ist Gutjahr überzeugt. Selbst sieht er auch keine Möglichkeit, dem Rehbock mehr Bewegungsfreiheit zu gewähren - mehr Platz habe er nicht. Für den Weststeirer - er wohnt in Lannach - bleibt nur noch eine Lösung: "Ich werde ihn erschießen müssen. Ich darf das, ich habe einen Jagdschein. Auch wenn mir beim Gedanken daran die Tränen kommen."
Gutjahr hatte einst das Rehkitz verletzt aufgefunden, es von Zecken befreit und aufgepäppelt. Er habe es sicher gut gemeint, danach sei aber vieles falsch gelaufen, kritisiert Tierarzt Hejny. Statt es von Fachleuten wieder auswildern zu lassen, habe Gutjahr den Bock kastrieren lassen. Erst voriges Jahr erfuhr das Veterinäramt durch eine Anzeige von Maxls Schicksal. Seitdem liegt man mit dem streitbaren Grundstücksbesitzer im Clinch.
Welche Konsequenzen diesem jetzt drohen? "Das muss in letzter Konsequenz die Behörde entscheiden", sagt Fiala-Köck. Dem Besitzer das Tier abzunehmen, sei aber nicht so einfach.











