Ein Schub für die neue Landesstraße 601
Eine Verkehrsuntersuchung und ein Gutachten betonen Wichtigkeit einer schnellen Verbindung durch Laßnitztal.
In den letzten Monaten war es verdächtig still um Gunther Riedlsperger und seine Mitstreiter vom Verein "L601neu". Sie setzen sich für einen leistungsfähigen Straßenausbau von Hengsberg durch das Laßnitztal nach Deutschlandsberg ein. Nun haben Obmann Riedlsperger und Co. aber neue "Munition": Eine Verkehrsuntersuchung eines Wiener Ziviltechnikerbüros sowie ein volkswirtschaftliches Gutachten des Grazer Forschungszentrums Joanneum Research und der Wirtschaftskammer.
Beide bestätigen die Wichtigkeit einer gut ausgebauten Verkehrsachse von der A9 bei Hengsberg über Preding und Groß St. Florian in die Bezirkshauptstadt. "Es ist eine Farce, dass wir vom Verein Gutachter beauftragen müssen, da das Land nicht imstande ist, für uns gescheite Straßen zu bauen", wettert Riedlsperger. "Für den Grazer Südgürtel werden 150 Millionen Euro aufgewendet. Wo der Feinstaub und das Verkehrschaos zuhause sind, wird investiert. Auf den ländlichen Raum wird vergessen."
Helmut Sedlmayer, Geschäftsführer der Firma "arealConsult", hat in der Weststeiermark gemeinsam mit dem Mathematiker Walter Fußeis eine Verkehrserhebung durchgeführt und analysiert. 14 Tage und Nächte lang wurden an elf Stellen an der B76, der L303 und der L601 die Fahrzeuge gezählt. So sind werktags beim Golfplatz bei Schloss Frauenthal 9000 und bei Hengsberg rund 9000 Fahrzeuge unterwegs, an der B76 bei Lannach gar rund 22.000. Die Prognosen für 2025: Bis zu 14.000 Fahrzeuge beim Golfplatz und in Hengsberg, bis zu 26.000 bei Lannach. Ein Verkehrskollaps droht. "Das sind Dimensionen, bei denen Leute, die an diesen Straßenabschnitten wohnen, keine Lebensqualität mehr haben. Und es ist gigantisch gefährlich", so Werner Friedrich, früher Baubezirksleiter in Bruck und nun Unterstützer der Plattform L601 neu.
Brisanz birgt auch das Gutachten von Joanneum Research. Laut Autor Eric Kirschner hängt die wirtschaftliche und demographische Entwicklung des Bezirkes maßgeblich von der Infrastruktur ab. Im steirischen Vergleich seien die Verkehrsanbindungen schlecht ausgebaut.
Weniger schlecht sieht es hingegen laut NAbg. Josef Muchitsch für den Bau der Autobahn-Halbanschlussstelle Hengsberg aus: Ende Juni gibt es weitere Gespräche zwischen Asfinag und Ministerium.











