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    Zuletzt aktualisiert: 07.05.2012 um 13:56 UhrKommentare

    Luftüberwachung mit drittem Radar auf Koralpe komplett

    Das Bundesheer hat auf der Koralpe aufgerüstet. Die Radar-Station wurde mit einer dritten Antenne ausgestattet. Dann der Luftraum im Umkreis von 450 Kilometern überwacht werden. Zur Inbetriebnahme reiste Verteidigungsminister Darabos an.

    Ähnlich wie die Radarstation am oberösterreichischen Kolomansberg (im Bild) sorgt die Radarstation auf der Koralpe für die Absicherung des heimischen Luftraums

    Foto © APAÄhnlich wie die Radarstation am oberösterreichischen Kolomansberg (im Bild) sorgt die Radarstation auf der Koralpe für die Absicherung des heimischen Luftraums

    Der österreichische Luftraum wird von nun an von der laut Bundesheer modernsten Anlage Europas mit drei Long Range-Radarstationen überwacht. Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) hat am Montag die letzte der drei ortsfesten österreichischen Antennen, jene am Speikkogel auf der steirisch-kärntnerischen Koralpe, vor Ort offiziell ihrer Bestimmung übergeben. In Betrieb ist die neue Ausstattung bereits seit Oktober 2011.

    Die neuen Radaranlagen - jene am Kolomannsberg (Oberösterreich/Salzburg) ging bereits 2003 in Betrieb, die am Steinmandl (Niederösterreich) 2009 - scannen jeweils einen Umkreis von 450 Kilometern und bewältigen laut Rupert Stadlhofer, Kommandant der Luftraumüberwachung, auch die schwierigen topographischen Bedingungen der Alpen in Österreich: "Wir können damit hinblicken, wo wir früher nicht hinblicken konnten, und das auch ohne zivile Radaranlagen, die zunehmend aufgegeben wurden."

    Die drei Antennen mit einem Gewicht von je 14 Tonnen überwachen zusammen rund 1,3 Mio. Überflüge in Österreich pro Jahr. Etwa jeden zweiten Tag passiere eine Flugraumverletzung. 70 bis 80 Mal pro Jahr würde nach der Entdeckung von unbekannten Objekten auch ein Alarmstart der Eurofighter eingeleitet, so Stadlhofer. Die Vorteile der neuen Anlage, die von der italienischen Firma Alenia Marconi gefertigt wurde, sind in erster Linie die große Reichweite (die bisherigen Radars hatten einen Radius von etwa 300 Kilometer) und die hohe Zahl von Frequenzen (90), die eine Erkennung von Flugzeugen auch bei Störversuchen ermöglicht.

    Höchste Dienststelle

    Ein "politisches Highlight" für den Speikkogel, der auf 2.140 Meter Seehöhe die höchste ständig besetzte Dienststelle des Bundesheeres ist, sei eine Beweiserbringung im Jugoslawien-Krieg 1992 gewesen. Damals hatte eine Maschine der jugoslawischen Volksarmee einen Hubschrauber der Europäischen Gemeinschaft abgeschossen und es wurde behauptet, dass es sich um ein Versehen gehandelt hatte. Tatsächlich aber zeichnete das Radar auf der Koralpe gleich mehrere Schleifen des Flugzeuges rund um den Hubschrauber auf. Erst danach war es zum Abschuss gekommen. Das lieferte den Beweis, zeigte sich der Kommandant stolz.

    Trotz der modernen Long Range Radaranlagen, die den Luftraum über den höchsten Bergen Österreichs abdecken, zeigte das Bundesheer auch, wo noch Bedarf für Modernisierung sei: Zwei ältere, mobile Radarstationen mussten mittlerweile zu einem einzigen funktionierenden System zusammengebaut werden. Dieses kommt zum Einsatz, wenn eine der drei ortsfesten Anlagen gewartet wird. Für die Aufrüstung der Stationen wurden laut Darabos 70 Mio. Euro investiert. Sollte der Bedarf einer neuen mobilen Station tatsächlich nötig werden, würden die Mittel dafür auch aufgebracht.


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