Graz"Uni-Feuerwehren" sollen steirisches Feuerwehrwesen stärken

Unis sollen durch Gesetzesnovelle leichter mit Feuerwehren zusammenarbeiten - Akademiker können freiwillig Grundausbildung absolvieren.

© steiermark.at/Streibl
 

Steirische Wissenschafter und Studierende sollen künftig leichter in Forschungs- und Ausbildungsprojekten mit der steirischen Feuerwehr zusammenarbeiten können. Möglich wird das durch eine Novelle des Landesfeuerwehrgesetzes, die am Donnerstag von LHStv. Michael Schickhofer (SPÖ) präsentiert worden ist. Durch sie wird die Einrichtung von Universitäts-Feuerwehren an den Hochschulen möglich.

In der Katastrophenvorsorge und -bewältigung spielen technisches Know-how und wissenschaftliche Erkenntnisse eine wichtige Rolle. Wenn bisher Forscher der steirischen Universitäten praktische Übungen etwa mit Rettungsrobotern, Aufklärungsdrohnen und anderen wissenschaftlichen Errungenschaften durchführen wollen, war die Regelung zur Kommandostruktur bis hin zu Haftungsfragen unklar.

"In Zukunft wird das viel leichter werden, weil das Ganze dann koordiniert und strukturiert und ablaufen kann. Es ist wichtig, dass wir jetzt ein Rahmengesetz haben, das uns diesen Weg ermöglicht", schilderte TU-Rektor Harald Kainz - stellvertretend für die steirischen Universitäten - bei der Präsentation der Gesetzesinitiative. Sie wurde laut LHStv. Michael Schickhofer (SPÖ) am Donnerstag von der Landesregierung einstimmig beschlossen. Der Beschluss durch den Landtag steht noch aus, könnte aber bereits im März erfolgen, schätzte Schickhofer.

"Wir stellen im Schulterschluss von Universitäten, Fachhochschulen, Landesfeuerwehrverband und der Politik erstmals in Österreich die Uni-Feuerwehr auf, um das vorhandene Wissen bestmöglich zu bündeln und in der Feuerwehrorganisation zu nutzen", betonte der steirische Feuerwehrreferent Schickhofer. Das stärkte die Feuerwehren insgesamt und mache sie bei vielen Einsätzen wesentlich schlagkräftiger, so der für die Sicherheit in der Steiermark zuständige LH-Vize.

Für Feuerwehrpräsident Albert Kern lagen die Vorteile der neuen rechtlichen Basis klar auf der Hand. "Erkenntnisse, Entwicklungen und Arbeiten von universitärer Seite können künftig mit den Praktikern der Feuerwehren im Übungs- und Ernstfall getestet und bewertet werden. Aber auch auf der Seite der Feuerwehren wird enorm profitiert: Vom Zugang zu universitären Wissen, vom Know-how und Netzwerk der Experten und nicht zuletzt von den technischen Entwicklungen", wie Kern ausführte.

Um ein reibungsloses Zusammenarbeiten sicherzustellen, müssen die künftigen - freiwilligen - Mitglieder der Uni-Feuerwehren eine vollständige Ausbildung zum Feuerwehrmann bzw. zur Feuerwehrfrau absolvieren. Die ersten freiwilligen Uni-Feuerwehren sollen bereits im Herbst an den Universitäten gegründet werden. Schon jetzt sind unter unseren Wissenschaften "viele, die das Thema Feuerwehr brennend interessiert", sagte TU-Rektor Kainz.

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