Knallkörper„Es ist ein Horror, wie die Tiere in Panik verfallen“

Verängstigte Tiere durch Raketen und Co.: Aufgewühlt durch eigene Beobachtungen an seinen Eulen will der Steirer Gerhard Kornschober für das Thema sensibilisieren. Beim Land wurde er bereits vorstellig - mit Erfolg.

Die Reaktionen seiner Eulen (Foto) waren für Gerhard Kornschober Anlass, beim Umweltreferat vorstellig zu werden © Kornschober
 

Egal, ob es wie eben zu Halloween, zu Silvester oder bei anderen Feiern knallt und kracht: Weil die Leidtragenden des Lärms die Tiere sind, geht der Steirer Gerhard Kornschober nun in die Offensive. Seit 15 Jahren betreibt der 42-Jährige Verhaltensforschung bei seinen Eulen, überwacht sie mit Spezialkameras und Mikrofonen.

„Eigentlich wollte ich nur das Brutverhalten meiner drei Eulenpärchen bobachten. Nach einer nächtlichen Knallerei aber fiel mir auf, was mit den Tieren passiert. Es ist ein Horror, wie sie in Panik verfallen“, erinnert sich Kornschober an die Durchsicht des Videomaterials. „Viele Menschen wissen nicht, was sie damit anrichten.“

Verängstigte Tiere durch Knallerei – das will der in Ottendorf lebende TU-Graz-Angestellte nicht länger hinnehmen. Er pilgerte mit seinen Erkenntnissen zum Umweltreferat des Landes. Dort gab es fruchtbare Gespräche über eine Initiative, die Ergebnisse werden in Kürze allen steirischen Gemeinden mitgeteilt.

Gerhard Kornschober Foto © Penz

„Viele Tierbesitzer kennen das Problem ja von ihren Haustieren“, erklärt Kornschober. Auch diese leiden unter der Knallerei, befinden sich aber zumindest in schallgeschützen vier Wänden. In der Natur trifft der Lärm die Tiere frontal: Tausende Vögel steigen vor Schreck innerhalb von wenigen Minuten hoch, um dem Ganzen zu entkommen. Die Städte werden von den Tieren sogar zwei bis drei Tage verlassen – „Sie werden am Neujahrstag in Graz keinen Vogel zwitschern hören“, meint Kornschober. Die Tiere werden auch in ihrer Winterruhe gestört, schrecken aus dem Winterschlaf auf und verbrauchen frühzeitig ihre restlichen Energiereserven.

Video: Gerhard Kornschober über seine Beobachtungen

Gerhard Kornschober über seine Beobachtungen

Sein Wunsch an die Landesregierung: Es wäre wichtig, dass man die Menschen aufklärt, dass nicht in der Nähe von Wäldern geschossen wird. Die herrschenden Verbote nehme leider keiner wirklich Ernst.
Dem Argument, dass ein Feuerwerk den Schüssen von Jägern gleiche und Tieren nichts ausmache, entgegnet der 42-Jährige: „Das ist nicht vergleichbar. Bei den Raketen kommt das Licht hinzu, das die Tiere massiv aufschreckt.“

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