Obduktion abgeschlossenMesser-Attacke in Graz: 25-Jähriger gibt Eifersucht als Motiv an

Nach der Bluttat in Graz Sonntagfrüh wurde als Tatwaffe ein Küchenmesser mit 20 Zentimeter langer Klinge festgestellt. Die Obduktion ergab Tod durch Verbluten. Der 25-jährige Freund des Opfers zeigt sich geständig und gibt als Motiv Eifersucht an.

Der mutmaßliche Täter mit dem drei Monate alten Baby des Paares © Faksimile
 

Weitere Details zur Bluttat Sonntagfrüh in Graz-Wetzelsdorf sind nun bekanntgeworden. Wie berichtet steht der 25-Jährige Besmir K. im Verdacht, in den frühen Morgenstunden des 18. Juni 2017, seine 31-Jährige Lebensgefährtin durch mehrere Messerstiche getötet zu haben.

Noch Sonntagabend wurde am Institut für Gerichtliche Medizin die Obduktion des Leichnams durchgeführt. Die Sachverständigen stellten fest, dass die 31-Jährige durch zahlreiche Schnitt- und Stichverletzungen verblutet war.

Die Kriminalbeamten des Landeskriminalamtes Steiermark stellten als Tatwaffe ein Küchenmesser mit einer Klingenlänge von rund 20 Zentimetern sicher. Bei der Vernehmung des Tatverdächtigen zeigte sich dieser zur Tat geständig und gab als Motiv Eifersucht an. Die kriminalpolizeilichen Erhebungen sowie weitere Vernehmungen werden heute und in den nächsten Tagen fortgeführt.

Graz-Wetzelsdorf: 31-Jährige erstochen aufgefunden

Mordalarm: Ein 25-Jähriger soll in Graz-Wetzelsdorf seine 31-jährige Lebensgefährtin erstochen haben.

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Christine Tiefengraber hörte etwa um 2.30 Uhr Lärm.

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Weitere Details und Hintergründe zur Tat

Der Notruf ging exakt um 5.29 Uhr in der Landesleitzentrale ein: „Ich habe meine Frau erstochen“, gestand der Mann am Telefon. Anrufer war der 25-jährige Besmir K., ein österreichischer Staatsbürger mit Wurzeln im Kosovo. Der Polizei ist er kein Unbekannter. Mehrmals schon mussten Beamte gegen ihn einschreiten, weil er gegenüber seiner 31-jährigen Lebensgefährtin Michaela K. gewalttätig geworden war, zuletzt im Mai dieses Jahres. Damals wurde gegen ihn ein Betretungsverbot verhängt. Doch die Grazerin nahm ihn, den Vater ihres erst drei Monate alten Babys, wieder in ihrer Wohnung in Graz-Wetzelsdorf auf.

Samstagabend waren die beiden unterwegs, besuchten Lokale, tranken Alkohol. Gegen vier Uhr morgens kamen sie nach Hause. Die neunjährige Tochter der Frau war nicht daheim, sie hielt sich bei ihrem Vater auf. Der fünfjährige Bruder und der kleine Halbbruder schliefen im Kinderzimmer. Das Kindermädchen verließ die Wohnung, nachdem das Paar zu Hause eingetroffen war.

Was genau danach geschah, versuchen die LKA-Mordermittler Wolfgang Maier und Raimund Sattler zu klären. „Das ganze Bett war voller Blut“, so ein Polizist. Die Tatwaffe lag in der Küche.

Der Verdächtige saß auf dem Balkon, als die erste Streife eintraf. „Er ließ sich widerstandslos festnehmen“, sagt Polizeisprecher Jürgen Haas. Sonntagnachmittag begannen die Kriminalisten mit der Einvernahme des mutmaßlichen Täters, der seit etwa einem Jahr mit der Grazerin Michaela K. liiert war. 

Im Freundeskreis des Paares weiß man von Streit und Gewalt. Besonders schlimm sei es im Mai dieses Jahres in der Wohnung zugegangen, wissen sie zu berichten. Besmir habe in einem Tobsuchtsanfall eine Scheibe eingeschlagen, erinnern sich zwei Bekannte des Opfers, Silvia Hemissi und Carina Brecel. „Ich habe daraufhin die Polizei verständigt, seither hat er mich gehasst“, glaubt Brecel. Samstagnachmittag hätten sie ihre Bekannte und deren Freund mit den Kindern im Park vor dem Haus gesehen, erzählt Silvia Hemissi. „Ich habe den Kontakt gemieden. Aber ich habe gesehen, wie Besmir Carina mit geballter Faust gedroht hat.“

Die Ereignisse im Mai dieses Jahres, die Auslöser für die Wegweisung und für das Betretungsverbot waren, hat auch Hasan Omerovic noch in bester Erinnerung. Die beiden Männer kannten sich, waren öfter unterwegs. „Er war so aggressiv, er hat damals eine Scheibe eingeschlagen. Ich habe auf ihn eingeredet und versucht, ihn zu beruhigen. Er ist einfach mit dem Auto davongefahren.“ Später soll er mit gebrochenem Kiefer wieder aufgetaucht sein.