Graz-St. Veit

Schäfchen mit eigener Radiosendung

In der Volksschule Graz-St. Veit starteten Religionslehrerin Gerlinde Praher und Medienpädagogin Doris Rudlof-Garreis ein Schafprojekt. Die Kinder lieben es. Von Johanna Birnbaum

Gerlinde Praher (hinten, 2. v. l.) und Doris Rudlof-Garreis (l.) betreuen das Schäfchenradio der Volksschule Graz-St. Veit. Die 4b-Klasse ist im Schäfchenfieber © Johanna Birnbaum
 

So, wir müssen das Mikrofon jetzt füttern. Wer will das machen?“, fragt die Radiojournalistin und Medienpädagogin Doris Rudlof-Garreis in die Runde. Die Mädchen und Buben der 3b-Klasse der Volksschule Graz-St. Veit lassen sich nicht lange bitten. Laut werden Tiergeräusche ins Mikrofon gerufen. „Den Kindern soll Radioarbeit spielerisch beigebracht werden, das brauchen sie auch für das Schäfchenradio an der Schule“, erzählt Rudlof-Garreis, die das Projekt entwickelt hat.

Die 3b der Volksschule Graz-St. Veit beim Schäfchenradiotraining Foto © Johanna Birnbaum
 

Schafe spielen seit Ostern 2015 eine wichtige Rolle in St. Veit. 100 davon brachte Religionslehrerin Gerlinde Praher damals mit und verteilte sie an die Kinder. Schon bald hatte jedes Schaf seinen eigenen Reisepass, wo genau eingetragen wurde, wo das jeweilige Wanderschaf seine Zeit verbrachte.

„Durch die Schafe haben die Kinder kommuniziert. Das Schaf hat Dinge erlebt, die auch die Kinder beschäftigt haben“, erzählt Praher. Wünsche, Erlebnisse, Ideen und Träume bekamen so ein Sprachrohr in Form der kuscheligen Vierbeiner. „Alle Kinder, aber auch die Lehrer sind Hirten der Schafe und auch füreinander“, berichtet die beliebte Religionslehrerin. Viele Kinder bringen ihre eigenen Schafe mit, die aber auch auf Reisen gehen.

„Mittlerweile ist unsere Schaffamilie auf 190 Stück angewachsen“, sagt Praher lachend.
„Ich habe mit einem Freund ein Bett für unser Klassenschaf Fridolin gebastelt“, erzählt Raffael aus der 4b-Klasse. Luzia zeigt die Kleider ihrer beiden Schafe. „Eines hat meine Mama gehäkelt“, erzählt sie stolz.

Über ein Schäfchenhotel macht sich Max Gedanken. Er hatte zu Weihnachten als „Überraschung“ 110 Schafe bei sich daheim zu Gast. Darüber soll er auch im Schäfchenradio berichten, das seit November 2015 im Internet auf Sendung ist. Mit seinen Freunden Fabio und Maxi macht er sich auf zum Interview.

Max mit seinen 110 Gästen im Schäfchenhotel Foto © KK
 

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