Gutachten erwartet

GAK-Prozess: Anklage noch heuer

Nachdem in der Causa Sturm-Kartnig nun (fast) der Schlusspfiff erfolgt ist, wartet der nächste Prozess um den GAK. Für Ende August wird das Gutachten erwartet, der Prozess nicht vor 2016.

        Auch die Alt-Präsidenten Stephan Sticher und Rudi Roth warten auf das neue GAK-Gutachten.
Auch die Alt-Präsidenten Stephan Sticher und Rudi Roth warten auf das neue GAK-Gutachten. © GEPA pictures
 

Es gibt mehrere Parallelen in der juristisch nahezu erledigten Causa Sturm und Hannes Kartnig und dem GAK-Krimi. Die endlose Verfahrensdauer, die dem ehemaligen Sturm-Präsidenten diese Woche vor dem Oberlandesgericht Graz ein halbes Jahr Freiheitsstrafe ersparte ist nur eine. Auch inhaltlich ist es ein Dribbling durch die selben Paragrafen. Es geht um den Verdacht des schweren Betruges, der Steuerhinterziehung und der grob fahrlässigen Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen.
Hannes Kartnig hat, wie berichtet, für all diese Delikte insgesamt vier Jahre und drei Monate Freiheitsstrafe und eine Geldstrafe von 5,5 Millionen Euro ausgefasst. Sieben Monate für den Betrug bei Ticketabrechnungen an Bundesliga und Fußballverband sind noch in Berufung und liegen beim OGH.

Erster Gutachter 2012 abberufen

Im Visier der Justiz sind in der Causa GAK schon seit Jahren die Ex-Präsidenten Rudi Roth, Harald Sükar und Stephan Sticher. Im 2012 fix und fertig vorliegenden Gerichtsgutachten von Fritz Kleiner war die Affäre noch weiter zurückdatiert worden. Nicht erst 2005, sondern schon 2000 sollen die „roten Teufel“ finanziell am Ende gewesen sein. Das hat damals den Druck auf einen früheren Präsidenten, nämlich Peter Svetits, erhöht. Allein, die Karten sind möglicherweise neu gemischt: Fritz Kleiners Gutachten war mit einem Preis von 577.000 Euro teuer, aber letztlich „wertlos“. Kleiner wurde noch 2012 wegen möglicher Befangenheit abberufen. Er hatte zu einem Verdächtigen in den 1980ern eine Geschäftsbeziehung gehabt.

Ende August kommt das Gutachten

Das ist der Hauptgrund für die Verzögerung, die jetzt ein Ende haben dürfte. Denn das neue Gutachten des Wiener Sachverständigen Thomas Keppert ist so gut wie fertig. „Ende August erwarten wir das Gutachten“, bestätigt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, Hans-Jörg Bacher: „Dann werden wir sehen, ob es weitere Einvernahmen braucht.“ Noch heuer werde es aller Voraussicht nach eine abschließende Erledigung geben, wagt Bacher eine Prognose: „Also ob es zur Einstellung oder zur Anklage kommt.“ Der Prozess werde aber wohl nicht vor dem Jahr 2016 eröffnet werden.

Landeshaftung

Ein zentraler Punkt im Prozess könnte aber just wieder eine starke Parallele zum Fall Kartnig sein. Dieser hat ja diese Woche drei Jahre unbedingt für den versuchten Betrug am Land Steiermark ausgefasst. Er wollte von der Landesregierung 2006 eine Haftung über 1,2 Millionen Euro bekommen, obwohl Sturm schon pleite war. Strafmildernd war, dass es nur beim Versuch geblieben ist, die Haftung nie übernommen worden ist, das Geld nie geflossen ist. Auch der wirtschaftlich völlig desolate GAK hat sich 2006 um so eine Haftung bemüht und sie auch bekommen. Das Land und damit der Steuerzahler verloren damals unterm Strich 1,04 Millionen Euro.

Wir bitten um Ihr Verständnis, dass zu diesem Artikel keine Kommentare erstellt werden können.

Forenregeln lesen

Bei der Erstellung von Kommentaren haben Nutzer rechtliche Bestimmungen (z. B. Privat-, Strafrecht), die Netiquette und Forenregeln einzuhalten. Was wir in diesem Forum nicht dulden: Beschimpfungen, Verspottungen, Belästigungen, Ehrbeleidigungen, Verhetzung, Diskriminierung in jedweder Form, Rassismus, Aufrufe zu Gewalt oder gar Selbstjustiz. Beiträge, die diesen Bestimmungen zuwiderlaufen, werden bei Kenntnis gelöscht, Nutzer im Wiederholungsfall gesperrt. Zudem behalten wir uns die stundenweise oder völlige Schließung von Foren vor. Wir weisen Sie darauf hin, dass wir auch keine Links zu anderen Websites akzeptieren.
Als Nutzer stimmen Sie der Speicherung der von Ihnen angegebenen Daten (Stamm-, Verkehrsdaten, etc.) ausdrücklich zu. Die angegebenen Daten werden an staatliche Stellen (z. B. Polizei, Gericht) bei Untersuchung von vom Nutzer verbreiteten Materialien, oder sonst vorgenommenen ungesetzlichen Aktivitäten, weitergegeben. Weiters werden angegebene Daten (Name und Adresse) an sonstige Dritte bei Verletzung von Rechten oder sofern deren Rechtsverletzung nachvollziehbar behauptet wird (zB gem. § 18 Abs. 4 ECG), weitergegeben. Mit der Erstellung von Kommentaren stimmen Sie dem ausdrücklich zu und verzichten auf die Geltendmachung von jeglichen Ansprüchen. Siehe dazu auch unsere Forenregeln/Betriebsbedingungen in den AGB.