Grazer rettet Schildkröte vor Aussterben

In der Grazer Schildkrötenzuchtstation "Turtle Island" wurde eine seltene Tierart nachgezüchtet - und wieder in freier Wildbahn ausgesetzt. Von Robert Preis

McCord-Schlangenhalsschildkröte
McCord-Schlangenhalsschildkröte © KK
 

Die 2012 gegründete Grazer Schildkröten-Erhaltungszuchtstation "Turtle Island" hat einen Erfolg zu verbuchen. 20 Exemplare der in freier Wildbahn als ausgestorben geltenden McCord-Schlangenhalsschildkröte wurden wieder ausgesetzt.

Rettungsaktion via Singapur

Den genauen Ablauf der Auswilderung schildert "Turtle Island"-Initiator Peter Praschag: "Im Zoo von Singapur werden die Tiere in einer keimfrei gehalten Zone auf die Wiederauswilderung vorbereitet." In enger Zusammenarbeit mit der Wildlife Conservation Society (New York) werden die leergefischten Feuchtbiotope auf dem Tropenparadies Roti Island angekauft, um diese vom Tierhandel ausgerottete Art in ihrer ursprünglichen Heimat wieder anzusiedeln.
Gemeinsam mit den europäischen Partnern Nordens Ark (Schweden), Zoo Wilhelma (Stuttgart), Alwetterzoo Münster und Zoo Schönbrunn, aber auch privaten Haltern wird Turtle Island alle Nachzuchttiere dieser Schlangenhalsschildkröte zum Wiederaufbau einer freilebenden Population verwenden.

In letzter Sekunde

Diese Rettung erfolgte in letzter Sekunde: Denn erst 1994 wurde die McCord-Schlangenhalsschildkröte als eigene Art beschrieben. Der Tierhandel stürzte sich auf die neue Art und rottete die Bestände auf der kleinen Insel Roti gänzlich aus. Zusätzlich fielen einige Feuchtgebiete der Landwirtschaft zum Opfer. In drei durchgeführten Expeditionen konnte keine einzige Schlangenhalsschildkröte mehr gefunden werden, worauf die Art offiziell als ausgestorben erklärt wurde.

Schwierige Aufzucht

"Glücklicher Weise gibt es in menschlicher Obhut noch zahlreiche McCord-Schlangenhalsschildkröten", so Praschag, "und in der Regel sind sie leicht zur Nachzucht zu bringen". Nur die Aufzucht der Jungtiere bereite anfangs grosse Schwierigkeiten, da nur winziges Lebendfutter gefressen werde. "Da in menschlicher Obhut fast keine Nachfrage dieser Art mehr besteht, haben alle europäischen Zoos die Nachzucht eingestellt. Nun, mit der Aussicht diese ausgerottete Art wieder zurück in ihre Heimat zu bringen, wird die Nachzucht wieder aufgenommen.
Zusätzlich zu den 20 Jungtiere für den Zoo von Singapur sendet "Turtle Island" übrigens auch sieben Jungtiere in den Zoo Wilhelma, Stuttgart.
Infos auch unter: www.turtle-island.at

 

Kommentare (3)

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Ifrogmi
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auch wenn die schildkrötInnen...

..."turteln" müssen, so schreibt man es trotzdem "turtle".
und wieder jemand der dem ganzen sinnentleerten zirkus rund um uns einen sinnvollen anstrich verleiht.

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nebula
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...

...turtle - engl. für Schildkröte... sie frosch :) :)

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Sternschnuppe8
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Toller Erfolg!

Gratulation!

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