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BEZIRK RADKERSBURG

Angriff auf schwarze Festung

Die ÖVP will ihre Vormacht im Bezirk Radkersburg bei den Gemeinderatswahlen weiter ausbauen. In einigen Gemeinden droht dem schwarzen Goliath aber Gefahr durch andere Listen.

© APA
 

Viel eindeutiger als im Bezirk Radkersburg könnte die Ausgangslage für die Gemeinderatswahl nicht sein: Nach dem Ergebnis von 2005 geht die ÖVP als klare Nummer eins ins Rennen. Vor fünf Jahren eroberte sie 140 von insgesamt 249 Mandaten, mehr als alle anderen Listen zusammen. In 14 von 19 Gemeinden sitzt ein Schwarzer auf dem Bürgermeistersessel, nur die ÖVP kandidiert flächendeckend in allen Gemeinden.

Beim letzten Mal gelang das auch der SPÖ, diesmal bleibt in Bierbaum am Auersbach, Dietersdorf am Gnasbach und Weinburg am Saßbach die Liste 1 am Stimmzettel leer. Mit dem Bürgermeister-Bonus wollen Martin Weber in Tieschen und Anton Vukan in Gosdorf punkten. Letzterer steht derzeit aber heftig in der Kritik (siehe rechts).

Aufwind nach den letzten Wahlen auf Landes- und Bundesebene verspürt die FPÖ. Nach der Schlappe von 2005 tritt sie quer durch die Bank mit neuen Teams an. Zusätzlich zu Klöch, Murfeld, Radkersburg Umgebung, St. Peter am Ottersbach und Straden soll auch in Hof bei Straden, Mureck und Bad Radkersburg der Einzug in den Gemeinderat gelingen.

Ihren derzeitigen Stand von sechs Mandaten ausbauen wollen auch die Grünen. Etwa in Straden, wo sie aus der Debatte rund um den Verkauf des Friedl-Hauses politisches Kapital schlagen möchten. In Bad Radkersburg soll die ehemalige Vizebürgermeisterin Sonja Witsch neue Wählerstimmen bringen. Grünes Neuland ist Tieschen, in Mureck und Radkersburg Umgebung sollen es arrivierte Grün-Mandatare wieder richten.

Die große Unbekannte sind auch diesmal die Namenslisten, die in sieben Gemeinden zur Wahl stehen. Den Vogel abgeschossen hat St. Peter am Ottersbach, wo gleich drei Namenslisten um die Wählergunst buhlen (siehe nebenan). Als amtierende Bürgerlisten-Bürgermeister stellen sich Marcel Walch (Trössing) und Peter Merlini (Bad Radkersburg) der Wiederwahl.

Heiß umkämpfte Stadt

Letzterer wird sich diesmal besonders ins Zeug legen müssen. Sämtliche Mitbewerber - allen voran die ÖVP mit Ex-Thermen-Chef Josef Sommer - haben sich im Wahlkampf auf Merlini eingeschossen. Im Zentrum der Kritik stehen die diversen Geschäftsführerfunktionen Merlinis bei ausgegliederten Unternehmen der Stadt, wie etwa der Parktherme. Tenor: Es sei zu viel Macht in einer Hand. Merlini kontert, dass all seine Tätigkeiten durch Gemeinderatsbeschlüsse legitimiert seien und verweist auf seine Manager-Kompetenzen.

Spannend bleibt es in der Thermenstadt wohl auch nach dem Wahltag. Weil nicht davon auszugehen ist, dass eine Liste eine absolute Mehrheit erreichen wird, sind harte Verhandlungen vorprogrammiert. SPÖ, FPÖ und Grüne könnten zum Zünglein an der Waage werden.

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