"Man muss diesen Irrtum korrigieren"
Der Elternverein der Hauptschule Breitenau sieht die Schließung seiner Schule als Irrtum.

Foto © PototschnigDie Hauptschule Breitenau ist von der Schließung bedroht
BREITENAU. Für Bernhard Grentner steht fest: "Die für 2014 geplante Schließung unserer Hauptschule kann nur ein Irrtum sein. Man muss daher alles tun, um diesen Irrtum politisch zu korrigieren", sagt Grentner, der Mitglied des Elternvereins der Breitenauer Dr.-Lauda-Hauptschule ist.
Dass es sich um einen Irrtum handeln müsse, begründet Grentner so: "Der Elternverein hat bereits vor einiger Zeit ein Konzept für die Zukunft der Dr.-Lauda-Hauptschule erstellt. Angedacht ist die Installierung einer Neuen Mittelschule und einer Nachmittagsbetreuung, die auch für die Volksschüler gelten soll." Und was für Grentner ganz besonders schwer wiegt: "In zwei Jahren erfüllen wir alle Kriterien des Landes für den Fortbestand unserer Schule, vor allem auch in Hinblick auf die Schülerzahlen."
Für die Mitglieder des Elternvereins hätte die Schließung der Breitenauer Hauptschule "fatale Auswirkungen auf die Region".
Soziale Folgen: Die Landflucht wird weiter gefördert, die Breitenauer Vereine bekommen weniger Nachwuchs und die sozialen Netzwerke im Ort gehen verloren.
Wirtschaftliche Folgen: Die örtliche Wirtschaft hat weniger Zugriff auf potenzielle Lehrlinge, Handel und Gewerbe verlieren längerfristig Kunden.
Infrastrukturelle Folgen: Wie sieht die Nachnutzung der Räume in der Hauptschule aus? Dort sind auch der Turnsaal und das Hallenbad untergebracht. Auch eine Nichtnutzung kostet die Gemeinde viel Geld.
Folgen für die Kinder: Doch die Hauptsorge des Elternvereins gilt naturgemäß den Kindern, die im Falle der Schließung einen insgesamt zweieinhalb- bis dreistündigen Schulweg nach Bruck samt Wartezeiten auf sich nehmen müssen.
Der Elternverein hat in der Gemeinde breite Unterstützung erhalten. So haben alle drei Gemeinderatsfraktionen das Anliegen unterstützt, und auch die örtliche Wirtschaft und die Vereine sprechen sich für den Erhalt der Schule aus: RHI Veitsch Radex, die Raiffeisenbank, der Sportverein, der Musikverein-Knappenkapelle, die Landjugend und der Adeg-Markt haben entsprechende Unterstützungsschreiben an den Elternverein gerichtet.
Enttäuscht von der Vorgangsweise des Landes sind auch die Breitenauer Politiker. "Wir haben alles versucht und haben geglaubt, wir sind auf dem richtigen Weg", sagt Bürgermeister Siegfried Hofbauer (SPÖ). Und Gemeindekassier Alexander Lehofer, von Beruf Lehrer, versteht die Politik nicht mehr: "Es kann doch nicht im Sinne der Politik sein, die Randgemeinden sterben zu lassen."
Abgesagt
Heute wollte die Hauptschule einen Tag der offenen Tür durchführen - geht es doch um die Anmeldungen für das nächste Schuljahr. Ob die Schule im Herbst noch Kinder aufnehmen darf, steht laut Direktor Ernst Gissing in den Sternen. Nicht zuletzt deshalb wurde der Tag der offenen Tür abgesagt. Die ungeklärten Fragen sollen in einer Informationsveranstaltung am Donnerstag, dem 19. Jänner, um 17 Uhr im Gemeindesaal geklärt werden. ULF TOMASCHEK









