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Zuletzt aktualisiert: 08.01.2011 um 20:35 UhrKommentare

Es klappern die Nadeln am laufenden Band

In der Veitsch strickt eine Runde Frauen für den guten Zweck. Mit den "selbstgenadelten" Stücken - vom Pulli bis hin zu Socken sorgen sie in Waisenhäusern Rumäniens für Wärme.

Die älteste Strickerin ist die 85-jährige Klara Pusterhofer. Elisabeth Geierhofer koordiniert die Runde

Foto © PrivatDie älteste Strickerin ist die 85-jährige Klara Pusterhofer. Elisabeth Geierhofer koordiniert die Runde

Fast hundert Pullover, Westen, Socken, Hauben, viele Babysachen, Pullis und andere Dinge gingen schon durch die Hände der Veitscher Strickerinnen. Fünf Frauen begannen vor zwei Jahren damit, in ihrer Freizeit ein gutes Werk zu tun und Menschen in der Bukowina in Rumänien und dem Banat mit Selbstgestricktem zu versorgen. Mittlerweile sind es 15 Damen, die jeden Dienstag im Arkadenhof des Pfarrhofes stricken, was das Zeug hält. Der Materialverbrauch ist auch nicht zu verachten: "Wir haben schon mehr als dreißig Kilogramm Wolle verstrickt, und wir haben immer noch zu wenig davon", sagt Elisabeth Geierhofer. Sie koordiniert mit Elisabeth Hofbauer die Strickrunde.

Pfarrer Franz Higatzberger stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung, auf die Idee stießen die Frauen durch eine ähnliche Initiative: "Die Anregung haben wir uns von Helga Auninger von der strickenden Frauenrunde in Kapfenberg geholt." Von Auninger und Sieglinde Strohmeier aus Frauental in Deutschlandsberg, die sich auch mit Stricken beschäftigt, stammten die ersten "Wollspenden". Diese Damen sorgten auch für die Weitergabe an die Bedürftigen. Nach einem Jahr wollten jedoch die Veitscherinnen wissen, wohin die Reise ihrer Strickprodukte genau geht und reisten prompt in die Bukowina. "Wir haben geglaubt, alles in Waisenhäusern abgeben zu können, was uns aber leider nicht erlaubt wurde", bedauerte Geierhofer. Alles landete dann in Klöstern, von wo aus die Verteilung übernommen wurde.

Materialengpass

Vor einem Jahr ging den fleißigen Strickerinnen dann die Wolle aus, obwohl sie auch in Eigenregie Wolle gekauft hatten und noch immer tun. Nach einem Hilferuf über Radio Steiermark trudelte haufenweise Wolle ein - inklusive einer Pkw-Ladung mit Schafwolle aus Gröbming. Genug Wolle gibt es aber nie. Jetzt hat die Strickrunde eine neue Strategie und verkauft das "Gestrickte" auf Weihnachtsmärkten und Festen. "Mit dem Geld ermöglichen wir 30 Kindern und zehn Begleitpersonen aus Rumänien Ende Juni einen Aufenthalt im Gästehaus unseres Pfarrhofes und wir alle bekochen sie", freut sich Geierhofer. Der Wunsch für das neue Jahr: zusätzliche Strickerinnen.

DORIS GRASSBERGER

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