Aus der Krise eine Chance gemacht
Elektro Krug in der Veitsch ist im Konkurs. Aber man krempelt die Ärmel hoch und macht mit einem Nachfolgeunternehmen weiter.
"Ich bin mit dieser Firma aufgewachsen, war schon als kleiner Bub mit Schallplatten, Radios, Fernseher, Kabeln vertraut." Jörg Vivot, der Enkel des Firmengründers Franz Krug beschreibt, was alles hinter den nüchternen Zahlen eines Konkurses steht: Familientradition, jahrzehntelange, fleißige Arbeit, Entbehrungen, Schicksale.
1940 hat Vivots Großvater Franz Krug die Firma gegründet. In den darauf folgenden 69 Jahren führten Familienmitglieder den Betrieb weiter. Als eine "Katastrophe" bezeichnet Vivot deshalb den Konkurs. Auftragseinbrüche waren die Ursache. Mit dem Konkurs ist nicht nur die Firma Geschichte, sondern auch die Arbeitsplätze, die man hatte. Vivot: "Die Firma Krug hat bis zuletzt Familienvätern Arbeit gegeben, und das Betriebsklima in dieser Firma kann sich seinesgleichen suchen."
Tun statt Jammern
Aber wer aus einer traditionellen Unternehmerfamilie kommt, der hat das "Tun" im kleinen Finger: Elektro Krug wird es in anderer, spezialisierterer Form weiter geben. Der HTL-Absolvent Vivot ist Elektromeister bei der RHI, vor 15 Jahren hat er begonnen, nebenberuflich ein kleines Elektro- und Gravurtechnikunternehmen aufzubauen. Und da wird sich nun Elektro Krug dazugesellen.
Engagiert an Vivots Seite: ehemalige Mitarbeiter von Elektro Krug. Einer davon ist Thomas Zöchling. 17 Jahre lang war er bei der Firma. Jetzt wird er sich als Kommunikationselektroniker selbstständig machen und mit Vivot zusammenarbeiten. Mit von der Partie wird auch Ernst Loidl sein. 19 Jahre lang hatte der Elektroinstallateur seinen Arbeitsplatz bei der Firma Krug. Der 23-jährige Andreas Grojer wird auch in der neuen Firma arbeiten. Den Elektrobetriebstechniker hat die Krise erwischt, weil er von seiner ehemaligen Firma "abgebaut" wurde. "Wir wollen nicht arbeitslos sein", sagt Zöchling klipp und klar, wieso er und seine Kollegen die Ärmel auf diese Art und Weise hochkrempeln. Vivots Gattin Susanne wird für den Verkauf zuständig sein, Sohn Lukas unterstützt seinen Vater nebenbei. Der HTL-Absolvent ist Elektrobetriebstechniker.
"Wir wollen so schnell wie möglich aufsperren", erklärt Vivot. Denn man will die Kunden lückenlos weiterbetreuen. Vivot sieht die neue Firma als Nahversorger im elektrotechnischen Bereich. Ihre Stärke: die guten Facharbeiter. Bestimmte Aufgaben werden weitergeführt, so betreute die Firma Krug das Kabelfernsehen und das Internet in der Veitsch. Und man will sich spezialisieren und als Partner für Industriebetriebe tätig sein - im Bereich Vernetzungssysteme und Energieeinsparung.








