Heftige Unwetter forderten ein Todesopfer
41-Jährige Frau wurde auf der Schafferalm von einem Baum erschlagen. Ihr Mann und die 14-Jährige Tochter mussten die Tragödie mit ansehen.

Foto © Karl SchwarzFast alle Feuerwehren in den betroffenen Bezirken sind im Einsatz
Feuerwehr, Rettung, Leichenwagen. Das war das Szenario am Freitagnachmittag am Parkplatz im Pressnitzgraben bei St. Stefan im Bezirk Leoben. Dort, wo am Vormittag gut gelaunte Wanderer in Richtung Almen unterwegs waren, steht jetzt ein kleines Grüppchen Leute mit gesenkten Köpfen. Alle unter Schock. Alle betroffen vom Tod der 41-jährigen Maria Prietl aus St. Michael, die auf der Schaffer-alm von einem Baum erschlagen wurde. Sie wollte sich unter einer Baumgruppe vor dem Sturm in Sicherheit bringen - genau das wurde der Wanderin zum Verhängnis. Ihr Mann und die 14-jährige Tochter mussten den Unfall hilflos mit ansehen, sie werden vom Kriseninterventionsteam betreut.
Judenburg
"Weltuntergang". "Es war wie der Weltuntergang", schildert Georg Bacher aus St. Michael, ein Augenzeuge des Unglücks. "Wir sind von der Gipfelmesse am Kraubatheck Richtung Schafferalm gegangen. Das war so zwischen 14 und 14.30 Uhr. Da hab' ich schon gesehen: Da kommt was." Zwei Gruppen von insgesamt zehn Personen waren oberhalb der Schafferalm unterwegs, als plötzlich das heftige Unwetter losbrach. "Riesige Hagelkörner gingen auf uns nieder. Es war ein wilder Sturm. Wir haben geschaut, dass wir schnell aus dem Hochwald hinaus kommen, und ich hab zur anderen Gruppe noch geschrien, sie sollen auch aus dem Hochwald heraus."
Zu spät. Aber da war es schon passiert. Ein Baum stürzte genau auf die 41-jährige - für sie kam jede Hilfe zu spät, sie verstarb noch an der Unfallstelle. Augenzeuge Bacher: "Ich habe noch geholfen, die Frau unter dem Baum heraus zu ziehen, aber man hat sofort gesehen, dass man nichts mehr machen kann. Das war echt bitter."
Kaum ein Dach blieb heil. Die heftigen Regengüsse und Gewitter zogen sich am Freitag durch die Bezirke Murau, Knittelfeld, Leoben und Bruck an der Mur. Besonders schlimm hat es St. Marein bei Knittelfeld erwischt. Eine breite Hagelfront ist gegen 14 Uhr durch die Ortschaften Wasserleith, Greith, Prankh, St. Martha und St. Marein gezogen. "Die Hagelkörner waren so groß wie Tennisbälle", erzählt Feuerwehr-Kommandant Edmund Plöbst. "In den Gemeinden gibt es fast kein Haus mehr, bei dem das Dach heil geblieben ist." Auch zahlreiche Autos wurden beschädigt. Allein hier waren 71 Feuerwehrleute im Einsatz und vor allem damit beschäftigt, die Dächer notdürftig mit Planen abzudecken und gegen den weiteren Regen zu schützen.
Evakuiert. Die Feuerwehr mussten auch Zimmer im Pflegeheim Wasserleith evakuieren. Der Hagel hat beim Heim enormen Schaden angerichtet, berichtet Heimleiterin Gertrud Führer. Sie musste für ihre Dialysepatienten eine andere Unterkunft auftreiben. Ein Dialysepatient hatte dabei einen besonders schweren Nachmittag hinter sich: Ferdinand Penz kam aus seinem Urlaub, fuhr direkt als Feuerwehrmann zum Einsatz und anschließend volley zur Dialysebehandlung.
Überschwemmungen durch Oberflächenwasser zwangen die Feuerwehren im Bezirk Murau zu einem Großeinsatz, die L 502 war kurzfristig von einer abgegangenen Mure blockiert. Auch die S 6 zwischen St. Michael und Leoben musste am Nachmittag gesperrt werden, zahlreiche Bäume waren auf die Fahrbahn gestürzt.
Abtei Seckau beschädigt. Auch im Raum Seckau wütete das Unwetter heftig. An der Benediktiner-Abtei wurden fast alle Fenster entlang der West-Seite vom Hagel zerschlagen, unzählige Bäume knickten ein.
Veitsch. Im Großraum Veitsch im Bezirk Mürzzuschlag wurden Dutzende Dächer durchlöchert und zahlreiche Stromleitungen beschädigt. Nördlich der Dr. Bathelt-Siedlung wurde sogar eine knapp 10.000 Quadratmeter große Waldfläche zerstört.











