Ein Schulzentrum als Angebot für die Region
Die Gemeinde St. Katharein will in ihrer Hauptschule ein Schulzentrum für das ganze Lamingtal schaffen. Im Sommer zieht die Volksschule dorthin - und hofft auch auf Kinder aus den Nachbargemeinden.

Foto © PrivatDie Gemeinde St. Katharein will in ihrer Hauptschule ein Schulzentrum für das ganze Lamingtal schaffen
Die 1100-Einwohner-Gemeinde St. Katharein an der Laming hat ein Problem, das sie mit vielen kleinen Landgemeinden teilt: Weil die Kinder immer weniger werden, sind die Schulen gefährdet. So hat die Hauptschule noch um die 90 Schüler aus St. Katharein und Tragöß, die Volksschule 26 Kinder, aufgeteilt auf zwei Klassen.
Durch Qualität ausgezeichnet. Dennoch sollen laut Bürgermeister Hubert Zinner (ÖVP) beide Schulen bestehen bleiben: In der Hauptschule soll ein Schulzentrum entstehen, das auch die Nachbargemeinden einbindet und das sich durch Qualität auszeichnet: Die Ausstattung wird schon demnächst deutlich aufgewertet, sowohl für Schüler als auch für Lehrer.
Variante. In langwierigen, aber konstruktiven Gesprächen mit den Schulbehörden auf Landes- und Bezirksebene, mit Landesschulrats-Vizepräsidentin Elisabeth Meixner und Bildungslandesrätin Bettina Vollath wurde folgende Variante abgesegnet: Die Volksschule St. Katharein siedelt bereits im heurigem Sommer in die drei Kilometer entfernte Hauptschule. Das Gemeindeamt zieht im Februar 2010 in die leer stehende Volksschule, und im jetzigen Gemeindeamt werden zwei bis drei Wohnungen geschaffen.
Erster Schritt. Die St. Kathareiner sehen das aber nur als ersten Schritt, so Zinner: "Wir haben auch mit der Tragösser Gemeindeführung gesprochen, aber weil es dort derzeit wieder etwas mehr Schüler gibt, wollen sie ihre Volksschule erhalten."
Interesse vorhanden. Den St. Kathareinern schwebt aber noch etwas vor, wie Zinner sagt: "Unsere Schulen haben einen guten Ruf, und wir würden auch Kinder aus Bruck und Kapfenberg aufnehmen. Das Interesse vieler Eltern ist jedenfalls vorhanden."
Ablehnung. Allerdings haben die Städte keine Freude damit. Schließlich kämpfen sie ebenfalls gegen den Schülerschwund. Für Zinner ist diese Ablehnung verständlich, aber er erinnert an Regio-Next, ein Projekt, in dem die Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg gefordert ist: "Es kann nicht sein, dass alles in den Städten konzentriert ist. Und mit Hilfe der Postbus AG sind auch die Verbindungen zur Schule sehr gut." Außerdem könnte man damit auch die Konzentration der Zuwanderer-Kinder auf wenige Schulen auflockern - was der Integration förderlich wäre.
Starre Grenzen. Aber bis dahin sind noch einige Hürden zu überwinden, unter anderem die starren Grenzen der Schulsprengel. Zinner hofft, dass langfristig gedacht wird und dass in dieser Frage die Interessen der Kinder im Mittelpunkt stehen: "Denn wenn es um die Kinder geht, dann hat unser Projekt sehr gute Chancen."







