Sturzflut brach rasend schnell über Mürzzuschlag herein
Sintflutartige Regenfälle brachten dem Bezirk Mürzzuschlag überflutete Straßen, Geschäfte, Siedlungen und Keller sowie Hangrutschungen. Fast 400 Feuerwehrleute waren im Einsatz.
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Gestern waren die Aufräumarbeiten noch immer im Gange. Eine Fahrt durch die Stanz: Der Schlamm, der Straßen, Hauseinfahrten säumt und auf den Wiesen pickt, zeugt vom Weg des Wassers. Christine Dissauer steht in ihrem Garten, Schlamm überall, im Keller stand das Wasser 1,30 Meter hoch. "Das Auto ist an der Decke angestanden." Dissauer und die Helfer - Nachbarn, Feuerwehrleute des Abschnitts Vier haben eine durchwachte Nacht hinter sich. Dissauer ist unendlich dankbar für diese Hilfe. Aus Keller und Garage muss alles raus, nichts ist zu retten, ob das Auto kaputt ist, wird sich weisen. Das Haus des Nachbarn steht seit 50 Jahren. "Aber so was haben wir noch nie erlebt".
Eine Rückschau auf die vergangene Nacht: Um 22 Uhr kam das Hochwasser. "Alles ging so schnell." In die Stanz konnte niemand mehr, die Straßen waren unpassierbar. Schlimm hat es auch den Raum Mürzzuschlag erwischt. Kurz vor 22 Uhr: Überall blitzen Blaulichter durch die Nacht. Am Stadtplatz schaufeln Feuerwehrleute Schlamm aus einem Friseurgeschäft. Hier sah man zuletzt 1966 Hochwasser.
"Die Fröschnitz ist weiter oben über die Ufer getreten, hat eine Gartenhütte weggerissen, alles war verklaust", erklärt Martin Schoder, Kommandant der Polizeiinspektion Mürzzuschlag, der mit Bezirkshauptfrau Gabriele Budiman die Einsatzorte abfährt. Das Wasser kam durch eine Gasse in die Stadt, überflutete das Geschäft und eine Bankfiliale. Richtung Hönigsberg "schwamm" der Lendl-Kreisverkehr, der Gastwirt daneben musste sein Haus mit Sandsäcken schützen. Das Wasser kam aus dem Ganztal aus dem dazugehörigen Bach. In Hönigsberg arbeitet die Feuerwehr in einer Siedlung, ein sonst kleiner Bach hat Hof und Parkplatz überflutet. "Ja, die Autos hier, da sind sicher einige hin", sagt der Bezirkskommandantstellvertreter der Feuerwehr, Johann Eder-Schützenhofer. Schlamm- und Tauchpumpen arbeiten. Eder-Schützenhofer: "Wir fördern circa 16.000 Liter Wasser in der Minute." Gabriele Budiman schaut in Hönigsberg vorbei, dann geht es nach Spital. "Wir haben dort eine Hangrutschung." Die hatte man auch an der Autobahnabfahrt Mürzzuschlag West.
Bei Feuerwehrpressesprecher Robert Pusterhofer kommt jeder Einsatz über Handy. "Ich glaub', ich hab 200 SMS", sagt er. In drei Stunden gab es mehr als 50 Einsätze in Mürzzuschlag, Hönigsberg und Langenwang. Im Bezirk fiel der meiste Regen Österreichs, 78 Liter je Quadratmeter.











