Kabarett mit feiner Klinge
Regionalprodukt Kabarett. Vom Mürzzuschlager Autor Werner Schwaiger stammt "Landsterben" mit dem Leobener Markus Messics - und ist im Finale des Jungkabarettpreises.

Foto © PrivatDer Mürzzuschlager Werner Schwaiger schreibt seit 17 Jahren, zurzeit arbeitet er gerade an zwei Stücken
Gescheitert an eigenen, altgedienten Wertvorstellungen, und alles entlädt sich beim Klassentreffen in der ländlichen Heimat Krumping in einem Eklat. Das ist "Landsterben", ein Kabaretttheater, das jetzt auch noch Nachfolger bekommt: Im Mai folgt "Stalking", im Herbst wird "Blut und Sterz" fertig.
Stalking ist die Geschichte eines Verschmähten, der seine Angebetete auf derart unbeholfene Weise verfolgt, dass sie es gar nicht merkt. "Blut und Sterz" ist ein Heimat-Thriller frei nach Agatha Christie. Man könnte sagen, der Autor Werner Schwaiger hat einen "Lauf" beim Schreiben. Die Handlung aller Stücke spielt im Großraum Mürzzuschlag, der Ort wird jedoch nie genannt.
Die Akteure aller drei Stücke stammen - wie Schwaiger - aus unserer Region oder haben zumindest einen Bezug zu ihr. Markus Messics ist Leobener, er spielt den Max in "Landsterben". Alex Linhardt hat in Bruck gewohnt, er spielt den Stalker. Christina Russ, sie hat die Hauptrolle in "Blut und Sterz", ist Stanzerin. Messics liegt der cholerische Max, Linhardt der "liabe Stalker", wie Schwaiger sagt. "Der Mesi könnte nicht in Alex' Rolle schlüpfen und umgekehrt." Russ spielt in "Blut und Sterz" eine Haushälterin und mehrere andere Figuren dazu. Schwaiger: "Sie ist sehr wandelbar, sie kann auch 20 Rollen spielen."
Liebevolle Bösartigkeit
Schwarzer Humor, aber mit feiner Klinge kennzeichnet Schwaigers Theaterkabaretts. "Landsterben" hat es bis ins Finale des Jungkabarettpreises geschafft - am 6. Mai fällt die Entscheidung. "Landsterben ist wie ein grummelnder Dorfwirt, der mit liebevoller Bösartigkeit gleichzeitig zwickt und streichelt, die besten Witze erzählt", heißt es in einer Vorschau auf das Kabarett. Im Brucker Dachbodentheater wurde es bereits gespielt, am 24. März um 20 Uhr ist es im Mürzzuschlager Kunsthaus zu sehen.
Die Anfrage einer Filmfirma, die das Kabarett für den ORF produzieren möchte, ehrt Schwaiger, überrascht ihn aber auch: "Es ist erstaunlich für mich, weil Landsterben nicht dem Kabarett entspricht, das jetzt aktuell ist, dieses schnelle komödiantische Pointendreschen."
Typ real, Story überzogen
Vor 17 Jahren hat Schwaiger begonnen, Texte zu veröffentlichen. "In Literaturzeitschriften, eher experimentelle Texte", sagt er. Nach und nach "kippte" er in Richtung Kabarett. Schwarzer Humor, der nie wertend ist oder den moralisch erhobenen Zeigefinger hat. "Ein Typ auf der Bühne, der real ist und nie überzogen. Die Geschichten sind überzogen, aber nie der Typ", beschreibt Schwaiger den Charakter seiner Stücke.
Info und Karten für "Landsterben" unter dachbodenkultur@aon.at.









