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Zuletzt aktualisiert: 18.02.2011 um 20:17 UhrKommentare

Das Heizen frisst die meiste Energie

Wie viel Energiebedarf hat der Bezirk Mürzzuschlag? Wo wird Energie verschleudert? Wie kann man sparen, wo liegt noch Potenzial brach? Eine Energieanalyse zeigt Interessantes.

Foto © Oberrainer

Vereinfacht ausgedrückt stehen eine Menge Häuser herum, die Wärmedämmung und neue Fenster vertragen könnten - öffentliche Gebäude inbegriffen. Zu viele alte Haushaltsgeräte fressen zu viel Strom, zu viele alte Heizungsanlagen arbeiten ineffizient. Das größte ungehobene Potenzial an Ressourcen liegt in der Biomasse und in der Solartechnik.

Das sind die Ergebnisse der Daten, welche die "LEA GmbH", eine lokale Energieagentur, mittels einer Fragenbogenaktion im Bezirk Mürzzuschlag erhoben hat (siehe Infokasten). Das Ganze passiert im Rahmen der Klimamodellregion, die der Bezirk Mürzzuschlag nun ist. Diese Erhebung sollte den Stand der Dinge aufzeigen, was den Umgang mit Energie in der Region betrifft und das Sparpotenzial für alle - Privathaushalte, Gemeinden, Wirtschaft - ausloten. "Wir wollten einen Überblick bekommen, wo wir stehen, wo es Ansatzpunkte gibt, wo wir etwas machen können", erklärte Jochen Graf, Geschäftsführer des Regionalen Entwicklungsverbandes (REV) vorgestern Abend bei der Präsentation der Ergebnisse für die Bürgermeister.

Potenzial Biomasse

Die größten Energieverbraucher im Bezirk Mürzzuschlag sind das Gewerbe inklusive Industrie mit 59 Prozent und die Privathaushalte mit 37 Prozent des Gesamtverbrauchs. Daran kann man die Industrielastigkeit der Region erkennen. Den größten Anteil des Energiebedarfs haben die Menschen beim Heizen: 55 Prozent. Auf Treibstoff entfallen 23 Prozent, auf Strom 22 Prozent.

"Das größte Ressourcenpotenzial liegt in der Biomasse ", analysierte Alois Niederl von der LEA GmbH die erhobenen Zahlen. Vor allem für die Wärmegewinnung gibt es noch genug Ressourcen. Danach folgen gleich Solarenergie und die Fotovoltaik, die bei Weitem noch nicht so genutzt werden, wie es möglich wäre. Auch bei der Wasserkraft ist noch einiges drin. Zurzeit wird Erdgas am häufigsten zum Heizen verwendet, danach kommt Fernwärme, dann Öl, dann Strom.

Energiesparen könnten die privaten Haushalte noch genug. 12.200 Wohnungen und Gebäude sind älter als 30 Jahre und damit sanierungsbedürftig, ebenso 32.400 Fenster. 64 Prozent der Gemeindegebäude sind schlecht wärmegedämmt. Im Kleinen kann viel getan werden. 5000 Kleinkühlgeräte in der Region sind älter als 15 Jahre. "Ich habe selbst diese Erfahrung gemacht: Mit einer neuen Gefriertruhe hatte ich plötzlich 600 Kilowattstunden weniger Stromverbrauch im Jahr. Und wir haben 5000 alte Kübel in der Region stehen", meinte Karl Puchas von der LEA. Die 6400 Heizungsanlagen, die älter als 20 Jahre sind, kommentierte er mit "Wirkungsgrad unterm Hund".

Aber auch bei den öffentlichen Gebäuden wäre einiges drin. Positiv ist, dass in über 70 Prozent aller Gebäude bereits die Fenster getauscht wurden. Bei der Wärmedämmung aber besteht noch Aufholbedarf.

Einig war man sich in der anschließenden Diskussion angesichts der Fakten: Man braucht eine gemeinsame Vision. Für Bürgermeister Reinhard Reisinger aus Spital war diese klar: "Potenziale nutzen, weg von den fossilen Brennstoffen." Der Stanzer Vizebürgermeister Bruno Stadlhofer mahnte das Energiesparen ein. Auf alle Fälle will man weiterarbeiten, ein gemeinsames Ziel festschreiben und ein Maßnahmenpaket schnüren.

MICHAELA AUER

Kommentar

MICHAELA AUERSpeerspitze von MICHAELA AUER

STUDIE FÜR PROJEKT KLIMAMODEL

Die Lokale Energieagentur (LEA) ist ein Kompetenzzentrum für Energieberatung, erneuerbare Energie, Energieeffizienz und Haustechnik mit Sitz in Feldbach. Sie entwickelt wirtschaftliche Energiekonzepte im Zeichen des Klima- und Umweltschutzes.

Für die Erhebung der Daten aus dem Bezirk Mürzzuschlag wurden an die Haushalte und die öffentliche Verwaltung Fragebögen verschickt, für Landwirtschaft und Gewerbe gab es eine statistische Erhebung mithilfe der Daten des Landes Steiermark und der Statistik Austria.

Die Klimamodellregion wurde im Vorjahr ins Leben gerufen. 166.000 Euro wird man in den nächsten zwei Jahren in klimarelevante Maßnahmen investieren. Das Geld kommt vom Österreichischen Klimafonds, den Gemeinden und dem Regionalen Entwicklungsverband.

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