Eine helfende Hand auf dem Weg aus der Not
Zwölf Frauen und ein Mann aus dem Bezirk Mürzzuschlag bilden den Verein "Eine Hand auf dem Weg". Sie wollen Ansprechpartner, aber auch Sprachrohr für Menschen in Notsituationen sein.
Ob es die Sorge um die Abwicklung des Pflegegeldes ist oder die Frage, wo man Unterstützungen für sein behindertes Kind bekommt: Menschen in Notsituationen haben oft weder die Kraft noch den Kopf frei für derartige Dinge. Hilfe wird - vor allem in kleinen Orten - oft bei politischen Funktionären gesucht, die man kennt und zu denen eine gewisse Vertrauensbasis vorhanden ist.
Frauenbewegung will helfen. Aus der Frauenbewegung der ÖVP hat sich nun ein Verein entwickelt, der in solchen Situationen hilft. "Jemand, der sich in einer Ausnahmesituation befindet, soll nicht auch noch einen Telefon- oder Behördenmarathon absolvieren müssen, bis er weiß, wo er welche Hilfe bekommt", sagt Rosemarie Rinnhofer, ÖVP-Gemeinderätin in Spital am Semmering. Deshalb wollen die Frauen - und mit dabei ist auch ein Mann - helfen, sie haben dafür auch eigens spezielle Schulungen absolviert. Man unterstützt bei diversen Ansuchen, informiert über die zuständigen Stellen, leitet an die richtigen Ansprechpartner bei Behörden, Ämtern, Hilfsorganisationen oder Selbsthilfegruppen weiter. In zehn Gemeinden gibt es bereits Ansprechpartner, die ganz unbürokratisch telefonisch erreichbar sind.
Ein unendliches Meer. Seit eineinhalb Jahren arbeitet man nun bereits am Aufbau des Vereins. In vielen Gesprächen wurde eines klar: "Wir haben uns in ein unendliches Meer gewagt, es gibt so viele Sorgen", sagt Rinnhofer. Viele Anfragen kommen zum Thema Pflege, einige der Ansprechpartner kommen daher aus dem Pflegebereich, und Viktor Haunold aus Kapellen ist Seniorenbundobmann, hat also auch einen guten Draht zu verschiedensten Organisationen, um bei vielen Dingen weiterhelfen zu können. Es wurde auch ein Spendenkonto eingerichtet, um in finanziellen Notlagen helfen zu können.
Oft fehlt der Überblick. Andrea Nierer aus Kapellen ist eine der Frauen, die dem Verein angehört: "Es geht auch darum, für die Leute Sprachrohr zu sein. Manche trauen sich oft nicht, bei Behörden anzurufen", sagt sie. Und: "In Notsituationen fehlt meistens der Überblick." Bei vielen spielt auch die Scham eine Rolle, die eigene problematische Situation anderen darzulegen.
Die Frauen betonen eines. Sie haben sich bewusst als Verein organisiert, denn sie wollen unparteiisch sein. Rosa Drexler aus der Stanz betont: "Wir arbeiten unbürokratisch, ehrenamtlich, hoffen, dass sich alle angesprochen fühlen und dass sich jeder bei uns zu melden traut." Was der Verein auch garantiert: Alle Anliegen werden diskret behandelt, nichts von den Problemen der Fragesteller geht nach außen.
Features
Fakten
Eine Hand auf dem Weg.
Der Verein will Menschen helfen, die durch Alter, Krankheit, Behinderung, finanzielle Not oder andere Umstände Rat und Unterstützung benötigen.
Die Wahl des Ansprechpartners ist nicht ortsgebunden, um allfällige Befangenheit zu vermeiden.
Informationen: Rosemarie Rinnhofer, Tel. 0664-145 57 66, Maria Prenner (03852) 24 39.







