Schub am Semmering
Bau des Bahntunnels startet mit Häuserabriss. Bei der Koralmbahn sind 1,9 Milliarden verbaut. 260 Millionen müssen aber eingespart werden.

Foto © ÖBBBahntest mit 250 km/h am Montag auf der neuen Trasse der Unterinntalbahn in Tirol
Beim Koralm- und dem Semmeringtunnel wird man erst in frühestens elf bzw. zwölf Jahren so weit sein: Die neue Trasse der Unterinntalbahn testeten die ÖBB am Montag mit 30.000 PS und 250 km/h auf ihre Hochgeschwindigkeitstauglichkeit, in nur vier Minuten düste der Probezug durch einen 16 Kilometer langen Tunnel.
Von solchem Tempo ist man bei der Koralmbahn zwischen Kärnten und der Steiermark weit entfernt. 65 Kilometer von 130 sind in Bau, 1,9 Milliarden Euro investiert, 50 großteils österreichische Firmen laut Bahnsprecher Christoph Posch beteiligt. Das Hauptbaulos ("Kat 2") ging an den Strabag-Konzern. Allerdings trifft das Sparpaket auch den Koralmtunnel, 260 Millionen sollen bis 2016 eingespart werden. Seitens der ÖBB werde evaluiert, man wolle den Bauablauf optimieren, heißt es schwammig. Die geplante Fertigstellung rückte um ein Jahr auf 2023 zurück, Experten bezweifeln den Einsparungseffekt allerdings wegen der Inflation.
Beim Semmeringbasistunnel fallen die Sparvorgaben mit 40 Millionen (bei einer Investition von 3,1 Milliarden) vergleichsweise gering aus. Die Vorarbeiten für das erste Baulos, das im April starten soll, sind in Gang: 23 von den ÖBB eingelöste Häuser in Gloggnitz werden abgerissen, da sie der neu zu errichtenden Reichenauer Straße Platz machen müssen, die wiederum der Verbreiterung der Schwarza weichen muss - eine Hochwasserschutzmaßnahme. Das erste Baulos umfasst zudem den Bau zweier Eisenbahnbrücken.
Aus fünf Bauabschnitten setzt sich der Tunnel zusammen, der erste Vortrieb ist im Fröschnitzgraben auf steirischer Seite im Herbst 2014 vorgesehen. Jeweils ein Jahr vor Baubeginn eines Abschnittes kommt es zur öffentlichen Ausschreibung, die Vergabe an die Firmen erfolgt erst wenige Monate davor. Durch eine Milliarde Euro Investition entstehen "direkt und indirekt" 17.000 Arbeitsplätze, sagen die ÖBB.








