Mehr Zund für den Tunnel
Die Grünen fordern mehr politisches Engagement für den Semmering-Bahntunnel. Und sie mahnen Kritiker zu mehr Bedacht in der Sache.

Foto © APA
BRUCK. In einer Landtagsdebatte zum Thema sei es primär um den Koralmtunnel gegangen. "Der Semmeringtunnel hat nicht gekriegt, was er gebraucht hätte, nämlich dementsprechende Aufmerksamkeit", kritisierte gestern der Obersteiermark-Sprecher der Grünen, Lambert Schönleitner.
Für Schönleitner ist das ein Zeichen für zu wenig politischen Druck. Verkehrsministerin Doris Bures würde aber dort Bahnprojekte vorantreiben, wo der Druck am höchsten sei - "im Raum Graz und Kärnten, und zwar für den Koralmtunnel", mahnte Schönleitner bei einer Pressekonferenz in Bruck. "Für uns steirische Grüne ist klar, dass wir den Semmeringtunnel brauchen", hielt Schönleitner fest. Denn man müsse den Lkw-Verkehr mehr auf die Schiene verlagern. Der immer stärker werdende Verkehr durch das Mürztal ist auch ein Argument der Grünen für den Tunnel.
In diesem Zusammenhang nimmt Schönleitner die Kritiker des Tunnels ins Gebet, etwa die Wiener Umweltschutzorganisation "Alliance for Nature". Schönleitner: "Ich schätze Alliance for Nature sehr, aber die Kritik kommt, ohne dass man sich vorher mit dem Projekt befasst hat." Es sei unrealistisch, auf Klimaschutz zu pochen und dann gegen den Tunnel zu sein. Er werde, so Schönleitner, auch mit "Alliance for Nature" reden.
Über die Bedenken der Organisation, das Weltkulturerbe Ghegabahn sei durch den Tunnel in Gefahr, sagt Schönleitner: "Blödsinn." Man müsse eben jetzt die Weichen stellen für eine touristische Nutzung der Strecke, da sei Tourismuslandesrat Hermann Schützenhöfer (ÖVP) gefordert, zu handeln. Für Ilse Schmalix, Bezirkssprecherin der Grünen und den Mürzzuschlager Gemeinderat Richard Thonhauser ist der Tunnel absolut nötig. Schmalix: "Er ist für die Regionalentwicklung von enormer Bedeutung." MICHAELA AUER








