Rotkreuz-Einheit fürs Grobe
Das Rote Kreuz hat seit 2004 eine schnelle Eingreiftruppe für Großeinsätze und Katastrophen.

Foto © Rotes Kreuz
Nach Unglücksfällen - wie dem jüngsten Erdbeben in Italien - wird auch stets hinterfragt, ob die Einsatzkräfte schnell genug da waren und ob der Einsatz gut funktionierte. Weil so etwas aber nicht automatisch funktioniert, hat das steirische Rote Kreuz 2004 eine "schnelle Eingreiftruppe" für Katastrophen und "Großschadensereignisse" ins Leben gerufen.
Sanitätshilfsstelle. Diese Einheit heißt "Sanitätshilfsstelle" (SanHist) und wird aus 50 Rotkreuz-Mitarbeitern aus den Bezirken Mürzzuschlag, Bruck und Leoben gebildet. "Die Mitarbeiter sind speziell ausgebildet, unter anderem müssen sie Ärzten auch in schwierigen Fällen assistieren, und sie werden auch für die Bergung Verletzter geschult", erzählt Robert Karner, Informationsoffizier der Brucker Rotkreuz-Bezirksstelle.
25 Verletzte pro Stunde. Laut Definition muss diese Einheit "25 Verletzte pro Stunde bei durchschnittlichem Verletzungsmuster" versorgen und zum Abtransport bereit machen können. Mögliche Einsätze reichen vom Lawinenunglück über Großbrände und Hochwasser bis zu Erdbeben und Busunfällen. Karner: "Wenn's so weit ist, muss das funktionieren, und zwar so schnell wie möglich."
Abläufe immer wieder üben. Zum Glück sind derartige Einsätze nicht allzu häufig. Umso wichtiger ist es, dass die Abläufe immer wieder geübt werden: Erst kürzlich hatte man dazu im soeben renovierten Tanzenbergtunnel bei Bruck Gelegenheit: Die SanHist baute vor dem Tunnelportal ein Zelt auf, in dem die Verletzten, die von der Feuerwehr aus dem Tunnel geborgen worden waren, erstversorgt wurden.
Bei der Fußball-EM war die steirische SanHist im Klagenfurter Stadion im Einsatz. Bei einer Geiselnahme in St. Marein im Mürztal war letztlich kein Einsatz nötig, aber man weiß: Wenn's nötig ist, ist man gerüstet.
Features
SAN-HIST
Die Abkürzung "San-Hist" bedeutet Sanitäts-Hilfsstelle.
Sie besteht aus 50 Rotkreuz-Mitarbeitern mit spezieller Ausbildung aus den Bezirken Mürzzuschlag, Bruck und Leoben.
Eingesetzt wird sie österreichweit bei Katastrophen und Großschadens-Ereignissen.
Auslandseinsätze wie etwa beim jüngsten Erdbeben in Italien sind für die Einheit vorerst noch kein Thema.








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