Damit außen cool auch innen cool bleibt
Mehr Selbstbewusstsein, besserer Umgang mit schlechten Noten und Hilfe beim richtigen Lernen. Das üben Schüler der Hauptschule St. Marein in einem neuartigen Persönlichkeitstraining.

Foto © Kleine Zeitung/Michaela AuerZiel des Trainings ist es, das Selbstwertgefühl und damit auch das Selbstbewusstsein der Schüler zu steigern
Eine Klasse voller Sabines, Georgs, Pitts und Franziskas, die 4B der Hauptschule St. Marein. Ganz so ist es ja nun nicht wirklich, aber heute haben die Schüler ihre Grundcharaktere herausgearbeitet und ihnen diese Namen gegeben. Gerade stehen die "Sabines" vorne an der Tafel. Und so ist eine typische "Sabine": "Verlässlich, sie kann organisieren, Verantwortung übernehmen, weitermachen", sagt Julia. Die "Franziskas" jedoch, die drücken sich ein wenig vor der kleinen Präsentation. Verantwortung zu übernehmen gehört nicht zu den Stärken einer "Franziska". Aber Heike, Ines, Matthias und Stefan führen auch an, was sie als "Franziskas" besser machen wollen. "Gefühle zeigen" gehört da dazu. Das Spiel mit den Persönlichkeiten passiert in der Klasse im Rahmen eines dreitägigen Persönlichkeitstrainings. Mehr als 5000 Euro hat die Schule dafür bis jetzt über Sponsoren aufgetrieben, die vierten und dritten Klassen nehmen teil.
Ego stärken. Die Ziele des Trainings: "Selbstbewusstsein tanken, Ziele stecken, wer bin ich, was will ich, wie kann ich negative Gefühle ausmerzen", erklärt Claudia Naimer, die als Trainerin des Instituts Kutschera mit der Klasse arbeitet. Die Schüler sollen dadurch "in Resonanz kommen", also ausgeglichen sein, sich wohlfühlen in ihrer Haut. Das ist oft schwierig in dem Alter.
Dilemma ist bekannt. Die Lehrerin Elfriede Schörkmayer, die in dieser Klasse beim Projekt mitmacht, kennt das Dilemma vieler Schüler: "Außen cool, aber innen schaut es ganz anders aus." Die Trainer Claudia Naimer, Rainhard Gaida und Miriam Mager arbeiten mit Rollenspielen, Dialogen und auch mit Entspannungstechniken. Die Schüler lernen sich selbst gut kennen und kommen dadurch besser mit anderen klar. Auch Inhalt des Trainings: Wie man leichter lernt und bessere Noten bekommt. Und: "Was mache ich mit einem Fleck? Lasse ich mich rein in den Sumpf, oder mache ich weiter?", sagt Naimer.
Weitermachen. Die Schule will die Erkenntnisse des Trainings im Schulalltag nachhaltig verankern. Es gibt ein Elterntraining und eine schulinterne Fortbildung. "Ich erwarte mir, dass sich die Schüler klare Ziele setzen, dass sie lernen, toleranter zu sein", sagt Schörkmayer. Sie selbst möchte mitnehmen, die positiven Seiten der Schüler eher zu verstärken, als die negativen vorrangig zu sehen. Direktor Walter Sporrer hat eine einfache Erklärung, wieso man das Projekt an seiner Schule durchführt: "Wir vermitteln den Kindern einen positiven Zugang zur Schule, weil wir wissen, dass nur damit auch die Wissensvermittlung funktioniert."







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