Tödlicher Unfall beim Eisklettern: Opfer war selbst Bergretter
Tödlicher Unfall beim Eisklettern: Am Ende einer extremen Route durch einen Wasserfall stürzte 24-jähriger Mürztaler 150 Meter ab.
Selbst im Winter kommt es nicht oft vor, dass sich der Wasserfall unterhalb der Hesshütte im Gesäuse Eiskletterern komplett zugefroren zeigt. Diese Chance wollten sich am Mittwoch Georg M. (24) aus Leoben und zwei Bergsteigerfreunde aus Mixnitz und Kindberg nicht entgehen lassen. Um 9.30 Uhr früh brachen sie zur Tour entlang des "Wasserfallwegs" auf, einer der schwierigsten überhaupt.
Felsplatte. Es war schon dunkel, als sie gegen 17 Uhr knapp vor dem Ende der Kletterei standen und wieder auf den sicheren Weg hinübersteigen wollten. Doch da waren sie nicht mehr mit Seilen gesichert. Georg M., der als erster ging, rutschte auf einer Felsplatte aus und stürzte in die Dunkelheit ab.
Risiko. Seine Begleiter, selbst Bergretter, alarmierten über den Alpinnotruf 140 ihre Kollegen, die in der Nacht zusammen mit der Alpinpolizei zu einer gefährlichen Suchaktion aufbrachen. "Die Dunkelheit, das extreme Gelände und die Gefahr von Eisstürzen sorgten für ein nicht unbeträchtliches Risiko", sagt Bergrettungs-Einsatzleiter Hans-Peter Scheb. "Doch wir gehen immer davon aus, dass wir noch helfen können, und auch hier haben wir alles versucht."
Suche. Um 23 Uhr mussten die rund 50 Einsatzkräfte die Suche dennoch erfolglos abbrechen. Als Donnerstag bei Tagesanbruch der ÖAMTC-Rettungshubschrauber aufstieg, wurde der Vermisste gleich beim ersten Suchflug gefunden. Er war 150 Meter tief abgestürzt, hatte keine Überlebenschance. Der aus dem Mürztal stammende Georg M., von Beruf Bankangestellter, war selbst seit zwei Jahren bei der Bergrettung Kindberg. "Er war einer unserer besten", zeigte sich Ortsstellenleiter Christian Redl erschüttert.









