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Zuletzt aktualisiert: 07.08.2010 um 20:30 UhrKommentare

Ein Wasserkraftwerk ganz ohne Wasser

Das Wasserkraftwerk Pernegg ist jetzt frei von Wasser. Vom Stausee bis zum Bereich unter den Turbinen wird mit Hochdruck gearbeitet, denn in drei Monaten kommt das Wasser zurück.

Als das Kraftwerk Pernegg im Jahr 1925 eröffnet wurde, war es das größte Wasserkraftwerk von Österreich. Und dass damals gut gearbeitet worden ist, sieht man jetzt, wo das Wasser abgelassen ist: Auch die Bereiche, die sonst unter Wasser liegen, sind sehr gut in Schuss.

Jetzt sind die Arbeiten überall voll im Gang. Vor kurzem wurde der Stausee abgelassen, wodurch der Wasserspiegel um fünfeinhalb Meter gesenkt worden ist. Damit kann einerseits das Wehr saniert und technisch aufgerüstet werden. Andererseits kann man im (fast) trockenen Staubecken auch jene acht kleinen Inseln errichten, die den Fischen in Zukunft als Brut- und Zufluchtstätten dienen werden.

Für die Fische

"Für bestimmt Fischarten ist das sehr wichtig, und es ist ein lang gehegter Wunsch der Fischer", sagt Martin Kratochwill, Projektleiter der Kraftwerkserneuerung. Jetzt ist auch die einzige Chance, diese Arbeiten durchzuführen, denn bis der Stausee erneut abgelassen wird, dürfte es wieder Jahrzehnte dauern.

Im Lauf der Jahre hat sich viel Sand im Staubecken abgelagert. Dieser wird aber nicht ausgebaggert, schließlich handelt es sich um kein Speicherkraftwerk: Aufgestaut wird nur, um die Turbinen gleichmäßig zu versorgen.

Da sich im Wehr jede Menge Schwemmgut ansammelt, wird auch die Brücke am Rand des Wehrs verbreitert, damit dieses Material mittels Lkw abtransportiert werden kann. "Ende Oktober sind wir hier fertig und der Stausee wird wieder gefüllt, denn im November wird eine Turbine wieder ans Netz gehen", erläutert Kratochwill.

Arbeit an allen Ecken

Wenn man das Kraftwerk besichtigt, glaubt man fast nicht, dass sich das ausgehen kann. Die technischen Anlagen sind großteils entfernt, überall wird geschremmt, geschliffen und betoniert, um dem Wasser eine neue, bessere Bahn zu schaffen. Das reicht vom Kanal, der mit Kunststoffplanen abgedichtet und geglättet wird, bis zu den Saugrohren am Turbinenausgang.

Wenn man im November wieder ans Netz geht, wird das mit einer der drei alten Turbinen geschehen, "aber die neue elektrische Leittechnik wird dann bereits vollständig vorhanden sein", so Kratochwill.

Danach werden Schritt für Schritt die drei Turbinen und Generatoren gewechselt: Zwei Maschinen sind jeweils am Netz, an einer wird gearbeitet. Damit kann das Kraftwerk bis zum Ende der Arbeiten - im Frühjahr 2013 - ständig mit zwei Drittel seiner Leistung arbeiten und damit Geld in die Kasse seines Eigentümers, der "Verbund-Austrian Hydro Power", schwemmen.

Und auch seinen Beitrag für die Stromversorgung der Region leisten, denn immerhin erzeugt dieses Kraftwerk Strom für 35.000 Haushalte, und das seit fast hundert Jahren.

FRANZ POTOTSCHNIG

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