Der Grüne Daumen allein ist zu wenig
Die Landarbeiterkammer plagt die Sorge um Nachwuchs in Land- und Forstwirtschaft.
BRUCK. Sag's mit Blumen, haben sich Christian Mandl, der Präsident der Landarbeiterkammer Steiermark, und Agrarlandesrat Johann Seitinger wohl gedacht. Dem entsprechend haben sie ihre Pressekonferenz zum Thema "Green Future - Nachwuchs in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben gesucht" stilecht in den Glashäusern der Gärtnerei Schacherl in Oberaich abgehalten.
Das Thema des mangelnden Berufsnachwuchses kennt man auch im Betrieb Schacherl nur zu gut. So hat die Gärtnerei Jahr für Jahr zwischen drei und fünf Lehrlinge aufgenommen. Seit einigen Jahren hat sich die Situation grundlegend geändert. Lehrlinge muss man mit der Lupe suchen - und findet sie gar nicht. "Nicht einmal zum Schnuppern kommt jemand", klagt Gabriele Schaffer, Tochter von Johanna und Hermann Schacherl.
Dabei schneidet der Bereich Gartenbau in der Landarbeiterkammer noch am besten ab. Von den 233 Lehrlingen (Stichtag Ende 2009) in der Steiermark sind immerhin 173 im Gartenbau beschäftigt - Tendenz trotzdem fallend. Zum Vergleich: Im Jahr 1960 verzeichnet die Kammer noch 417 Lehrlinge. Vor allem in der Forstarbeit, aber eben auch im Gartenbau und vor allem im Weinbau und der Kellerwirtschaft ist der Mangel an Fachkräften schon schmerzlich hoch.
Mit dem Projekt "Green Future" will die Landarbeiterkammer nun gemeinsam mit dem Agrar- und dem Wirtschaftsressort des Landes "grüne" Berufe wieder attraktiver machen. "Wir brauchen gut ausgebildete Fachkräfte", weiß Mandl. Zudem orten Seitinger und Mandl ein Imageproblem bei den land- und forstwirtschaftlichen Berufen. Das hänge sowohl mit den Verdienstmöglichkeiten als auch mit der geringen gesellschaftlichen Wertschätzung zusammen - frei nach dem Motto: "Der Grüne Daumen reicht schon." ULF TOMASCHEK







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