Platz für 174 Senioren von jung bis sehr alt
Nachdem im Herbst die Errichtung des Seniorenzentrums Oberaich vom Land bewilligt wurde, ist jetzt auch die Finanzierung gesichert. Den Baubeginn Mitte März kann höchstens noch das Wetter verzögern.

Foto © Scheriau
Auf der Reissner-Wiese in Oberaich-Utschtal entsteht schon bald eines der modernsten Seniorenzentren der Steiermark. Es bietet Platz für 174 Bewohner, wovon 78 im Pflegeheim wohnen werden. 96 Menschen leben gleich daneben in "betreuten" Wohnungen, und in einem Komplex mit drei Bungalows werden Angebote für Senioren eingerichtet: Tagesbetreuung für Menschen, die nicht im Heim leben, Remobilisierung nach Krankenhaus-Aufenthalt, eine Demenzstation und anderes.
Kurz: Alles, was ältere Menschen brauchen, wird in diesem Seniorenzentrum geboten. Und zwar so, dass die Angebote maßgeschneidert sind: Niemand wird mit Dingen versorgt, die er nicht benötigt, und niemand muss sich sorgen, dass er oder sie durch den Rost fällt. Das hat mehrere Vorteile: Die älteren Menschen werden noch gefordert, sie haben ihre Aufgaben. Und es spart Kosten - für die Betreiber und die Bewohner.
Zukunftsweisend
Gebaut wird diese private Anlage von der "Senioren-Zentrum Oberaich GmbH". Deren Geschäftsführer, der Brucker Werner Reitner, spricht von einem zukunftsweisenden Projekt: "Wir haben etwas Ähnliches in Unterpremstätten errichtet. Das hat sich seit 2004 sehr gut bewährt, und es steht auch wirtschaftlich sehr solide da."
Das Heim ähnelt einem Vierkanthof. Alle 78 Bewohner wohnen ebenerdig und haben einen Ausgang ins Freie, viele davon in den großen Innenhof. Alle haben überdachte Terrassen, und ein großer Wintergarten ist ebenso vorhanden wie ein 400-Quadratmeter-Speisesaal, der für Veranstaltungen genutzt werden soll.
Schlanke Verwaltung
Dass das Heim privatwirtschaftlich geführt wird, macht laut Reitner für die Bewohner keinen Unterschied: "Der Pflegeplatz kostet gleich viel wie in jedem öffentlichen Heim, und wir wollen besonders viel für die Lebensqualität der Bewohner tun." Dafür will man fünf bis sechs Mitarbeiter beschäftigen. Wie das geht? "Wir werden dafür mit einer sehr schlanken Verwaltung auskommen", sagt Reitner.
Das Interesse ist jedenfalls groß. Für das Pflegeheim gibt's enorm viele Anfragen - auch von Oberaichern, die auswärts in Heimen leben. Und für das betreute Wohnen hat Reitner schon jetzt 50 unterschriebene Anmeldungen. Das Konzept gefällt nämlich auch jungen Pensionisten: Betreut wird man nur, soweit man es selber wünscht, und man bezahlt auch nur, was man nützt. Wer etwa sein Essen selber kochen will, kann das gerne tun, wer das nicht will, versorgt sich aus der Küche des Pflegeheims.
60 bis 80 Arbeitsplätze
Der Oberaicher Bürgermeister Gerhard Weber ist erleichtert, dass jetzt endlich alles auf Schiene ist: "Zweieinhalb Jahre haben wir darum gekämpft, dass ältere Oberaicher ihren Lebensabend in der Heimat verbringen können. Weber freut sich auch über die 60 bis 80 Arbeitsplätze, die geschaffen werden - viele davon sind allerdings Teilzeit-Jobs.
Ein Modell des Seniorenzentrums steht übrigens im Gemeindeamt Oberaich, und die künftige Pflegedienstleiterin Sabine Kügerl berät einmal pro Woche alle Interessenten.
Features
Kommentar
SENIORENHEIM OBERAICH
Das Konzept umfasst drei Bereiche, die ineinandergreifen, aber getrennt geführt werden:
Das Pflegeheim: Es bietet zehn Einbett- und 34 Zweibettzimmer, macht insgesamt 78 Betten. 50 dieser Betten werden vom Land "bezuschusst", die übrigen werden an Vollzahler vergeben.
Das betreute Wohnen: Zwölf Bungalows mit je vier Wohnungen. Jede davon hat 52 Quadratmeter und ist für zwei Personen ausgelegt. Insgesamt können dort also 96 Personen leben.
Das Zusatzangebot: In drei einstöckigen Bungalows mit je 600 Quadratmetern werden unter anderem eine Tagesbetreuung für Nicht-Heimbewohner, Remobilisierung, Physiotherapie und Demenz-Station angeboten.
Baubeginn: 15. März
Eröffnung: Dezember 2010









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