Die Pfade der alten Dichter
Zwei der acht "Steirischen Literaturpfaden des Mittelalters" liegen in Bruck und in Neuberg. Jener in Neuberg wird am Sonntag eröffnet.
In der Steiermark sind im Mittelalter bedeutende Texte entstanden. Diese Literatur, die meist nur in Seminaren der Germanisten hervorgekramt werden, sollen künftig auch in der Öffentlichkeit präsenter sein. Dazu wurden acht "Literaturpfade" geschaffen, von Admont bis Wildon und von Vorau bis Unzmarkt. Unter der Leitung des Grazer Germanisten Wernfried Hofmeister erstellten Studenten Konzepte für die Präsentation der Dichter.
Zwei dieser Literaturpfade beschäftigen sich mit Literatur aus dem Mürztal: In Bruck steht der Pfad unter dem Motto "Graf Hugo von Montfort - ein Dichter schaut ins Paradies". Der Graf hatte ein bewegtes Leben, war Landeshauptmann der Steiermark, dreimal verheiratet, schrieb Lieder, Reden und Reimbriefe - und ist der erste deutschsprachige Dichter, dessen Gesichtszüge überliefert sind.
Jesus und Maria
In Neuberg dreht sich das Projekt um das "Soliloquium" des Andreas Kurzmann - ein vertrauliches Gespräch des etwa zwölfjährigen Jesus mit seiner Mutter Maria. Dabei sind allerdings die Rollen vertauscht: Die Mutter bittet ihr allwissendes Kind um Auskunft über den göttlichen Heilsplan. Der Mönch hat dieses Werk um das Jahr 1400 verfasst.
Während der Brucker Literaturpfad erst Ende September eröffnet wird, ist es in Neuberg schon am Sonntag so weit: Um 11 Uhr wird der Pfad vorgestellt: Er beginnt im Stiftspark, führt durch den Kaiserhof und biegt dann zur Schenkfeldpromenade ab, von dort geht's Richtung Kalvarienberg. Der Weg endet nach sieben Stationen oberhalb des Münsters. Er ist 1,5 Kilometer lang und rollstuhltauglich, allerdings mit Begleitung. Entlang des Weges werden szenische Lesungen geboten.








