Die Gefahren der Natur in der Praxis erforschen
Im Naturpark Mürzer Oberland wird ein sogenanntes Naturlabor entstehen. Dort soll im Gelände unter wirklichkeitsnahen Voraussetzungen Naturgefahrenmanagement gelehrt und gelernt werden.

Foto © APDie Lawinenkunde - Schutz und Prävention - wird ein Bereich des Naturlabors in Altenberg sein
Werner Friedrich, Obmann des Vereins Herausforderung Wasser, ist noch ein wenig vorsichtig: "Das Naturlabor Mürzer Oberland ist derzeit in der Planungs- und Vorbereitungsphase. Noch müssen zum Beispiel einige Genehmigungen eingeholt werden, bevor wir den Startschuss geben können." Dennoch ist Friedrich guter Dinge, dass dieses Naturlabor bald in Betrieb gehen kann.
Träger und Initiator dieses zukunftsweisenden Projekts ist die Gemeinde Altenberg an der Rax gemeinsam mit den übrigen drei Gemeinden des Naturparks Mürzer Oberland - Kapellen, Mürzsteg und Neuberg -, Projektpartner sind der Verein Herausforderung Wasser, mehrere Institute der Universität für Bodenkultur in Wien und das Geografische Institut der Karl-Franzens-Universität Graz.
Hohes Gefahrenrisiko
"Das Mürzer Oberland weist durch seine topografische Situation und die geologischen, natur- und kulturräumlichen Verhältnisse ohnedies ein erhöhtes, ja hohes Gefahrenrisiko hinsichtlich Hochwasser und Lawinenabgang auf", erklärt Friedrich. So gesehen ist diese Region für ihn ein ideales Gebiet, um ein praxisnahes Naturlabor zur Erforschung und Lehre von Naturgefahren zu errichten. "Dadurch kann man auch ein entsprechendes Naturgefahrenmanagement betreiben", ist Friedrich überzeugt.
Das Projekt weist folgende Schwerpunkte auf: Lehre und Forschung, die Erprobung von innovativen Verbauten und Schutzanlagen sowie von Produkten. Darüber hinaus sollen Fachveranstaltungen mit Seminaren, Symposien und Vorträgen im Mürzer Oberland abgehalten werden.
Gefahren erkennen
In diesem "Naturlabor Mürzer Oberland" sollen Wasser, Lawinen, Steinschlag, Rutschungen, Erosionen und Muren, aber auch die land- und forstwirtschaftliche Nutzung des Bodens beobachtet werden.
"Die Erkenntnisse daraus sollen helfen, die Gefährdung durch Lawinen und Hochwasser zu verringern", sagt Friedrich, der neben Ausbildung und Wissenschaft auch auf den touristischen Aspekt eines solchen Naturlabors verweist - eben in Bezug auf Nächtigungen und Konsumation bei Seminaren und Symposien. Dadurch, meint Friedrich, könnten auch Impulse für die kleinregionale Wirtschaft gesetzt werden.









